Behandlung psychischer Krankheit

Wie bei den Ursachen sind auch bei der Behandlung psychologische, biologische und soziale Behandlungsmethoden indiziert; bei schweren psychischen Störungen ist die Kombination aller drei Methoden am erfolgreichsten.
Psychologische Behandlungen/Psychotherapien
Diese sind bei leichteren psychischen Störungen auch allein wirksam. Der Erfolg einer Psychotherapie hängt wesentlich von der Beziehung zwischen Patient und Therapeut ab. Suchen Sie sich einen Psychotherapeuten bei dem Sie sich gut aufgehoben fühlen. Achten Sie bei der Wahl des
Psychotherapeuten im weiteren darauf, ob die Krankenkasse die Therapie bezahlt (bei Psychologen unterschiedlich je nach Versicherung, bei Psychiatern, die gleichzeitig Psychotherapeuten sind, die Regel). Vergewissern Sie sich, ob Ihr Therapeut eine anerkannte, abgeschlossene psychotherapeutische Ausbildung hat. Das Psychiatriezentrum Schaffhausen wie auch Ihr Hausarzt können Ihnen entsprechende Adressen abgeben.
Pharmakologische Behandlungen
Es gibt eine Vielfalt von wirksamen und glücklicherweise inzwischen auch recht gut verträglichen Psychopharmaka, die sich besonders bei psychiatrischen Erkrankungen, bei denen man Störungen des Nervenstoffwechsels als Ursache kennt oder vermutet (z.B.
Schizophrenien, Angststörungen,
Depression, manisch-depressiven Erkrankungen) bewährt haben. Für den Patienten ist es hierbei wichtig, eine individuelle, d.h. für ihn "massgeschneiderte" Therapieform zu wählen, die Medikamente je nach Verträglichkeit genügend hoch zu dosieren. Dabei nimmt die Mitarbeit des Patienten eine zentrale Rolle ein: viele Psychopharmaka (u.A. Antidepressiva) wirken erst nach mehreren Wochen, und dies auch nur, wenn sie regelmässig und zuverlässig in ausreichend hoher Dosis eingenommen werden. Hierbei ist die vorgängige Information des Patienten und dessen Angehörigen sehr wichtig, damit auch diese allfällige Störungen und
Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und diese mit ihrem Arzt besprechen können. Selbst die Erfahrung oder der Hinweis "ich habe alles schon probiert, es hat nichts genützt" heisst nicht, dass keine Hoffnung mehr besteht. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen wissen wir z.B. bei depressiv Erkrankten, dass circa 80% nicht oder nur ungenügend pharmakologisch behandelt wurden. Die Mehrzahl der psychischen Krankheiten ist – auch Dank pharmakologischer Fortschritte in den letzten Jahren – erfolgreich zu behandeln. Aber – alles braucht seine Zeit, Geduld und die Mitarbeit von Patienten und Angehörigen. Diese bilden zusammen mit den Behandlern ein Team, dessen Ziel die erfolgreiche Behandlung des Patienten ist.
Soziale Massnahmen
Das soziale Umfeld ist wichtig – wenn nicht entscheidend – für den Verlauf einer erfolgreichen Behandlung. Ueber mehrere Jahre verlaufende
psychische Störungen führen oft zu grossen sozialen Problemen, z.B. Rückzug, Vereinsamung, Unfähigkeit zu Liebesbeziehungen, Unfähigkeit alleine zu wohnen, Verlust der Arbeit, Verschuldung, Verstrickung in Rechtsfragen usw. Die sozialen Massnahmen umfassen Budgetplanung, Schuldensanierung, Eheberatung, Berufsberatung, Rechtsberatung, Berentungsfragen, Errichtung von Beistands- oder
Vormundschaften, Arbeitstraining, begleitetes Wohnen und vieles mehr. Für diesbezügliche Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Sozialdienst.