Die Therapie der soziale Ängste/Phobien
Die Behandlung der Beschwerden bei Sozialer Phobie unterscheidet sich von der orts- oder objektbezogener Phobien. Bei letzteren hilft sozusagen die Natur des physiologischen Erregungsablaufes mit: Die unangenehme Erregung, die sich bis zur Panik aufschaukeln kann, wird nämlich bei anhaltender Konfrontation mit den unangenehmen Auslösern immer geringer. Nicht so bei den Ängsten, die in sozialen Begegnungen eskalieren. Hier spielt die physiologischen Erregung bei t(krit) eine eher kurze und untergeordnete Rolle; bedeutend sind das Schamgefühl und die kognitiven Prozesse. Beide adaptieren jedoch "von Natur aus" nicht so spürbar wie die physiologische Erregung bei einfachen Phobien und Agoraphobien. Daher führt das nur schlichte Durchhalten in kritischen Situationen vielfach nicht zu einer befreienden Erfahrung.Was die Einstellung zur Behandlung betrifft, muss deutlich gesagt werden: Es gibt keine Methode, welche die unerwünschten physiologischen Reaktionen zum Zeitpunkt t(krit) garantiert ausbleiben lässt. Umgekehrt, eine Verbesserung der Beschwerden wird erst dann eintreten, wenn man damit aufhört, die vor Ort unerwünschten physiologischen Reaktionen "in den Griff" bekommen zu wollen. Denn die dauernden Kontrollanstrengungen zum Verbergen der unerwünschten physiologischen Reaktionen halten die Schwierigkeiten aufrecht und kurbeln sie an; dieser Art "Lösungsversuche" treiben den Teufel mit dem Belzebub aus, d.h. sie bringen die Schwierigkeiten, die beseitigt werden sollen, erst so richtig in Schwung.
Allerdings ist die Vorstellung vom Gegenteil, nämlich zum Zeitpunkt t(krit) so ganz ohne - bisher wenig nützendes - "Sicherheitsverhalten" dazustehen, für viele Betroffene ein Signal zum Wegbleiben, d.h. und zum Vermeiden kritischer sozialer Begegnungen. Aber wenn man mit dem Sicherheitsverhalten aufhört, so heisst das noch lange nicht, dass Wegbleiben die einzig mögliche Alternative ist.


