Entwikkeling der soziale Ängste

 
Entwikkeling der soziale ÄngsteDie Belastungsfaktoren, die zur Entwicklung einer Sozialen Phobie führen, sind gegenwärtig noch nicht befriedigend erforscht. Die an ihrer Störung Leidenden haben oft nur Erinnerungen an eine gut behütete und gut versorgte Kindheit, vielleicht ein bischen streng oder ein bischen ängstlich und vielleicht war die Mutter ein wenig überfürsorglich und der Vater etwas emotional distanziert. Diese Elemente sind indes nicht ausschlaggebend, denn die Schwierigkeiten können auch auftreten, wenn Erinnerungen an die primären Bezugspersonen deutlich negativ sind. Für die extreme Wichtigkeit, die der (vermuteten) Meinung anderer zugelegt wird, scheint jedoch die Relation zwischen Bindung (akzepiert, gemocht, geliebt werden) und Kontrolle (über das Wann, Wo und Wie von Bewegungen eines Kindes) bedeutsam zu sein, die die Betroffenen als Kinder bei wichtigen primären Bezugspersonen erlebt haben. Oftmals werden erst im Laufe einer Behandlung Erinnerungen wach, die es gestatten, diese Relation klarer zu bestimmen.

Bei einer Gruppe von Betroffenen wurden schon in der frühen Kindheit die Bewegungsabläufe direkt oder indirekt stark überwacht. Kehrte beispielsweise das draußen spielende Kind zu der wichtigen primären Bezugsperson in das Haus oder die Wohnung zurück, so fühlte es sich dort erst wieder aufgenommen oder gemocht, nachdem es ganz bestimmte Bedingungen erfüllt hatte (die im einzelnen durchaus verschieden sein konnten). Man darf das durchaus bildlich nehmen: Nach Eintritt in den Raum war die Bindung ("fühlte mich wieder gemocht, akzeptiert, angenommen u. ä.") an ausgesprochene oder unausgesprochene Forderungen geknüpft, durch die die Bezugsperson (wieder) die Kontrolle über die Bewegung des Kindes erhielt. Nicht selten wurden dabei die eine oder andere kritische oder abwertende Bemerkung fallen gelassen über das, was das Kind vorher unternommen hatte. Die hundertfache Wiederholung solcher Abläufe ließ sie zu einer Selbstverständlichkeit gerinnen, die nicht mehr bemerkt wurde. Umgekehrt ist diese Gewohnheit zu einem die Wahrnehmung (des heranwachsenden Kindes) steuernden Schema geworden, das die Dinge auf den Kopf stellt, vergleichbar einer optische Linse, die ein umgekehrtes Bild erzeugt. Diese Umkehrung lokalisiert die Abwertenden, welche nur darauf lauern, Schwächen, Fehler, Kontrolldefekte zu entdecken, die potentiellen Feinde also, "außen". "Dort draußen" sind sie noch heute, bei sozialen Anlässen, Veranstaltungen etc., bei denen es immer wieder um das richtige Benehmen geht. Denn was ist Benehmen anderes als kontrolliertes Verhalten? Es ist Kontrolle über Bewegung (physiologisch und motorisch).




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