Gestalttherapie: Die Verbindung zu anderen Menschen kann bestehen bleiben, auch wenn man nicht mit ihnen zusammen ist.
Wer schon einmal mit kleinen Kindern zu tun hatte, kennt jenes "weg - da!"-Spiel, bei dem man einen Gegenstand zur Verblüffung und Begeisterung des Kindes hinter dem eigenen Rücken "verschwinden" lässt und ihn dann wieder "hervorzaubert". In einer anderen Variante ist es das Kind, das sein Gegenüber zum 'Verschwinden' bringt, indem es sich die Augen zuhält, um ihn dann in einem magischen Akt erneut erstehen zu lassen, indem es die Augen wieder freigibt.Dieses Spiel, das vermutlich so alt ist wie die Menschheit selbst, lebt von der Tatsache, dass Kinder erst langsam lernen: Ein Ding und – wichtiger noch – ein Mensch existiert auch dann weiter, wenn er für eine gewisse Zeit nicht mehr wahrzunehmen ist. Bevor Kinder diesen wichtigen Entwicklungsschritt vollzogen haben, gilt für sie mehr oder weniger der Satz "Aus den Augen, aus dem Sinn." Man lässt daher Babies möglichst nicht allzu lange allein, um sie vor dem schrecklich einsamen, verzweifelten und hoffnungslosen Gefühl zu bewahren, sie seien völlig allein auf der Welt.
Aber manche Menschen waren diesem schrecklichen Gefühl ausgesetzt. Und obwohl sie später, als intelligente Erwachsene natürlich wissen, dass die Menschen, die ihnen wichtig sind, auch dann weiterleben, wenn sie nicht mit ihnen zusammen sind, fehlt ihnen manchmal das sichere Gefühl einer inneren Verbindung zu diesen Menschen. Es ist für sie dann auf emotionaler Ebene so, als ob ihre FreundInnen lesen Sie weiter


