Gestalttherapie: Die Vergangenheit bestimmt die Gegenwart nicht.

 
Gestalttherapie: Die Vergangenheit bestimmt die Gegenwart nicht.Viele meiner KlientInnen haben zu Beginn ihrer Therapie die Meinung, dass die Vergangenheit eines Menschen, z. B. seine Kindheit, darüber bestimmt, wie er sich in der Gegenwart, als Erwachsener, verhält und fühlt. (Obwohl die Psychoanalyse diese Ansicht nicht ausdrücklich vertritt, hat sie doch viel zu deren Verbreitung beigetragen.) Aus vielen Äußerungen kann man eine solche Auffassung heraushören: "Der X ist immer noch Junggeselle; na ja, seine Mutter ist ja auch gestorben, als er erst drei Jahre alt war." – "Ich kann einfach niemandem mehr vertrauen, mein Vater hat mich so oft enttäuscht." Nun stellt sich in vielen Therapien zwar heraus, dass die Vergangenheit der KlientInnen einen sehr nachhaltigen Einfluss auf ihre Gegenwart haben kann. Und doch entdecke ich mit meinen KlientInnen auch immer wieder, dass es ein verhängnisvoller Irrtum ist zu glauben, dieser Einfluss sei für ihr heutiges Leben bestimmend. Wenn man diesem Irrtum zum Opfer fällt, wird man das Opfer seiner Vergangenheit und hat wenig Aussicht auf eine bessere Zukunft, denn die Vergangenheit lässt sich nicht mehr ändern, und wenn sie bestimmend ist, wird alles so sein, wie es immer schon war. Die Realität erweist sich aber als anders: Die Vergangenheit bestimmt die Gegenwart nur dann, wenn man sich immer wieder in ihrem Sinne entscheidet!

Ich möchte ein Bild benutzen, um zu erklären, was ich meine: Ein Schiff verlässt den Hamburger Hafen. Der Kapitän hat den eindeutigen Auftrag bekommen, es nach New York zu steuern. Um diesem Auftrag zu entsprechen, muss er immer wieder Entscheidungen treffen und bestimmte Maßnahmen, wie z. B. Kursänderungen, ergreifen. lesen Sie weiter




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