Mein Partner ist alkoholabhängig, wie kann ich helfen?
Versuchen Sie, den Alkoholkranken zu einer Behandlung zu motivieren. Verstärken Sie den Druck, so dass der Betroffene mehr Leidensdruck entwickelt. Bieten Sie Hilfe an und verhalten Sie sich konsequent, wenn er/sie nicht bereit ist, Hilfe anzunehmen. Vertuschen Sie nicht sein Trinken und die negativen Folgen. Übernehmen Sie nicht die Verantwortung für den Abhängigen selbst. Oft ist es besser, nicht zu helfen: Hilfe durch Nicht-Hilfe. Verhalten Sie sich nicht co-alkoholisch! Wenn der alkoholkranke Partner nicht einsichtig wird und Sie in unerträgliche Qualen treibt, müssen Sie -auch mit einem Anwalt- Ihre Trennungsabsicht deutlich machen, doch immer mit dem Hinweis, dass Sie bei Ihrem Partner bleiben werden, wenn er/sie Hilfe annimmt und sich behandeln lässt.Suchen Sie sich selbst Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige und suchen Sie eine Suchtberatungsstelle auf.
Denken Sie mehr an Ihr eigenes Wohlbefinden und Ihre Gesundheit und machen Sie sich unabhängiger vom Zustand des Abhängigen. Überlegen Sie, wieviel und womit Sie helfen wollen und können. Bestimmen Sie Ihre Grenzen und verhalten Sie sich konsequent. Holen Sie sich fachliche Hilfe.
Darf ein Alkoholabhängiger nie wieder Alkohol trinken? Was ist mit Soßen und Pralinen und alkoholfreiem Bier?
Alkoholismus ist nicht heilbar. Die Alkoholkrankheit kann nur zum Stillstand gebracht werden. Ähnlich wie bei einer Lebensmittelallergie, muss dieses Mittel ganz vermieden werden. Bei einem erneuten Verzehr dieses allergischen Mittels bricht die Krankheit -auch nach jahrelangem Stillstand- wieder aus.Personen, die noch nicht abhängig sind, sondern “nur” riskanten Alkoholkonsum betreiben, können kontrolliertes und mäßiges trinken erlernen.
Alkoholkranke sollten jeden Alkohol ganz vermeiden, inclusive aller alkoholischen Geschmacksmittel (Rumaroma etc.), Alkoholpralinen, alkoholhaltige Medikamente, Soßen (mit Wein etc.) usw..
Auch alkoholfreies Bier und Malzbier enthält Alkohol. Außerdem kann der Geschmack und der Geruch beim Abhängigen wieder Suchtdruck und Verlangen auslösen. Die neuesten neurobiologischen Hirnforschungen haben herausgefunden, dass in den Hirnzellen so etwas wie ein “Suchtgedächtnis” existiert. Dieses “Suchtgedächtnis” der Zellen kann auch nach langer Zeit der Alkohol-Abstinenz schnell wieder durch geringe Mengen Alkohols aktiviert werden und starkes Alkoholverlangen auslösen.


