MS: Psychosomatische Theorien

In der
Psychosomatik wird schon immer die in der Medizin übliche Trennung von Leib und Seele kritisiert, da diese den Menschen auf eine "defekten Maschine" reduziert. Die enge Verbindung von neuronalen, neuroendokrinen und hormonalen Systemen spricht für eine enge Verbindung von Zentralnervensystem (und somit der Psyche) und dem Körper.
Psychoanalytische Konzepte
Hierzu gehört die Theorie der
Konversionsneurose nach FREUD, die besagt, daß der Körper ins Unbewußte verdrängte Triebe symbolisch zum Ausdruck bringt (="unbewußt willkürlich"). ALEXANDER (1965) spricht von einer vegetativen Neurose, die sich dem willkürlichen Ausdruck entzieht. Für Alexander ist die vegetative Neurose ein Adaptionsversuch der vegetativen Organe an anhaltende oder immer wiederkehrende emotionale Zustände, wobei spezifische
Emotionen spezifische Organfunktionen beeinflussen. ENGEL und SCHMALE (1967) glaubten, einen "Giving up - given up - Komplex" , einen Affekt der Hilf- und Hoffnungslosigkeit, vor Ausbruch einer Erkrankung gefunden zu haben, wobei eine bestimmte Vulnerabilität das Organ "auswählt".
Streß als Krankheitsursache
LAZARUS (1981) bezeichnet mit Streß den
Anpassungsmechanismus zwischen einer Person und den Umweltanforderungen. Bei andauerndem Streß, vorhandener Organvulnerabilität oder anderen hinzukommenden Umständen kann es leicht zum Ausbruch einer Erkrankung kommen. Nach ROGERS (1979) erhöht Streß die Vulnerabilität für Krankheiten, indem er eine immunsuppressive Wirkung ausübt. In vielen Untersuchungen hat sich gezeigt, daß große Veränderungen der
Lebensumstände mit einem erhöhten Krankheitsrisiko einhergeht. Daß das Immunsystem durch verschiedenste Stressoren beeinflußt wird, gilt als bewiesen. Die genauen Zusammenhänge müssen durch weitere Untersuchungen geklärt werden. SENDLER (1993) kommt nach einer Auswertung von vier kontrollierten
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