Was können Sie tun wenn eine Ihnen nahestehende Person unter einer psychischen Störung leidet?

Informieren Sie sich über die Art der Störung.
Zunächst ist es wichtig, dass Sie die Merkmale, Auswirkungen und auch Gefahren dieser Störung kennen lernen (Literatur siehe unten). Dann können Sie lernen, mit den spezifischen Belastungen, die das Zusammenleben mit diesen Menschen prägt, besser umzugehen, ihnen adäquat zu begegnen und geeignete Massnahmen einzuleiten.Nehmen Sie die psychische Störung ernst wie jede andere Erkrankung.
Vermeiden Sie Vorwürfe oder Appelle an den freien Willen. Könnten sich die betreffenden Menschen zusammenreissen, so würde keine psychische Störung vorliegen. Zum Vergleich würde auch einem Menschen mit hohem Blutdruck niemand sagen, er solle sich zusammenreissen und seinen Blutdruck regulieren.Nehmen Sie sich Zeit zum Zuhören.
Psychisch Kranke erwecken oft den Eindruck, dass sie in Ruhe gelassen werden wollen, nichts sie interessiert und kaum etwas von Ihren Worten wahrnehmen. Viele schildern nach erfolgte Besserung, wie wichtig ihnen die Anwesenheit von Menschen und das bedingungslose Zuhören war. Zuhören heisst hierbei nicht, den Kranken in seinen krankheitsbedingten Vorstellungen zu bestätigen, aber auch nicht, ihm diese auszureden. Zuhören heisst, akzeptieren, dass der Kranke sich in der von ihm geschilderten Situation erlebt und wähnt. Machen Sie ihm aber Hoffnung, dass bessere Zeiten folgen werden.Bieten Sie Zuwendung und Unterstützung an.
Psychisch Leidende sind oft schwer krank. Sie benötigen Zuwendung und Unterstützung wie andere Kranke. Seien Sie für sie da und versuchen Sie, sich nützlich zu machen. Betonen Sie, dass Sie helfen wollen. Seien Sie geduldig, auch wenn Sie manchmal einen Korb erhalten. Nach und nach wird die Hilfe zumeist akzeptiert und im nachhinein wir Ihnen bestätigt, dass Ihre Angebote wichtig waren und als wohltuend erlebt worden waren.Haben Sie Geduld mit dem Kranken und mit sich und überfordern Sie sich keinesfalls.
Versuchen Sie nicht, perfekt zu sein. Gut genug reicht aus. Niemand kann alle Bedürfnisse anderer Menschen erfüllen.Bei vielen psychischen Störungen von Angehörigen kommt es gerade darauf an, einen langen Atem zu haben. Vermeiden Sie es deshalb, durch ein Ueberengagement sich rasch zu erschöpfen. Teilen Sie Ihre Kräfte ein. Nehmen Sie es sich nicht übel, wenn Sie einmal ungeduldig sind oder nicht richtig reagiert haben. Sprechen Sie offen über Ihre Gefühle. lesen Sie weiter


