Was sind die Ursachen für Leukämie?

 
Was sind die Ursachen für Leukämie?In Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert-Koch -Instituts Berlin jährlich etwa 9.900 Menschen neu an Leukämie. Über die Ursachen der Entstehung dieser Krebserkrankung des Blutsystems herrscht noch weitgehend Ungewissheit. Man hat aber in den letzten Jahren bestimmte Faktoren identifizieren können, die das Risiko, an dieser Krebsart zu erkranken, erhöhen.

Dazu gehört zum Beispiel ionisierende Strahlung, also radioaktive und Röntgenstrahlung. Es gilt heute als gesichert, dass ionisierende Strahlen genetische Veränderungen an den für die Blutbildung zuständigen Zellen hervorrufen und infolgedessen Leukämie entstehen kann. Dabei gilt: Je höher die Strahlendosis, desto mehr nimmt das Erkrankungsrisiko zu. Wissenschaftliche Studien haben Hinweise darauf gegeben, dass auch durch medizinisches Röntgen das Leukämierisiko erhöht werden kann. Überflüssige Röntgenuntersuchungen - beispielsweise Routineaufnahmen ohne besondere Indikation oder Doppeluntersuchungen - sollten daher möglichst vermieden werden.

Andere Faktoren, die zu einer Leukämieerkrankung führen können, sind bestimmte chemische Stoffe wie zum Beispiel Insektenbekämpfungsmittel (Herbizide) und andere biologische Stoffe (Biozide), Benzol und andere organische Lösungsmittel oder auch Benz(a)pyren. Auch manche Medikamente wie Zytostatika und Immunsuppresiva können die Funktion des Knochenmarks beeinträchtigen und werden deshalb mit der Entstehung von Leukämien in Zusammenhang gebracht. Jüngste Untersuchungen befassen sich mit elektromagnetischen Feldern - seit einiger Zeit unter dem Stichwort "Elektrosmog" ins Gerede gekommen. Nach neuesten Erkenntnissen besteht ein schwacher Zusammenhang nur für Kinder - für Erwachsene sind die Ergebnisse widersprüchlich, so dass hier noch keine klare Einschätzung möglich ist.

Etwa zehn Prozent der Neuerkrankungen sind vermutlich durch das Zigarettenrauchen bedingt - ein Risikofaktor, der sich gut vermeiden lässt. Eine erbliche Veranlagung zu einer Leukämieerkrankung ist bisher nicht nachgewiesen. Allerdings hat man festgestellt, dass das Risiko für die Entstehung dieser Krebsart erhöht ist, wenn in der Familie schon häufiger bösartige Erkrankungen aufgetreten sind.  Auch bestimmte Veränderungen in den Erbanlagen können das Risiko für Leukämie erhöhen. Eine solche Veränderung ist zum Beispiel das Down-Syndrom.

Studien haben gezeigt, dass bei der Entstehung einer bestimmten, sehr seltenen Leukämieform im japanischen Raum das Human T-Cell Leukemia Virus (HTLV-I) eine Rolle zu spielen scheint. Alle übrigen Leukämien gehen nicht auf Infektionskankheiten zurück.




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