Chronische Schmerzen schließen Schwangerschaft nicht aus

 
Chronische Schmerzen schließen Schwangerschaft nicht aus

Opioide gelten als effektive und sichere Therapie

(sra) Opioide sind effektive und sichere Arzneimittel zur Behandlung chronischer Schmerzen bei Schwangeren. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler, die die Fachliteratur nach Studien zur Behandlung von Schmerzen während der Schwangerschaft durchsuchten. Sie betonten aber, dass weitere kontrollierte Studien zu diesem Thema wünschenswert seien, um das Wissen auf diesem Gebiet auszubauen.

Neugeborene, deren Mütter zur Behandlung ihrer Schmerzen während der Schwangerschaft Opioide erhalten haben, leiden nach der Geburt häufig an einem neonatalen Abstinenz-Syndrom: Opioide gelangen über die Plazenta in den Kreislauf des Fetus. Die Neugeborenen sind daher an die Opioide gewöhnt und reagieren nach der Geburt häufig mit Fieber, Erbrechen und Krämpfen. Außerdem zittern die Säuglinge, sind leicht reizbar und haben Probleme mit dem Saugen. Sie müssen nach der Geburt schrittweise entwöhnt werden.

Experten sind der Ansicht, dass die Entwöhnung eines Säuglings ein viel geringeres Problem darstellt, als die Betreuung von Frauen, die ein Kind nur unter starken Schmerzen austragen könnten. Frauen, die eine Opioid-pflichtige Behandlung benötigen, sollen während der Schwangerschaft deshalb weiterbehandelt werden, so Dr. Jan-Peter Jansen vom Schmerzzentrum Berlin.

Der Experte wies auch darauf hin, dass junge Frauen mit Opioid-pflichtigen chronischen Schmerzen und Kinderwunsch ihren Hormonstatus untersuchen lassen sollten. Opioide können die Sexualhormonproduktion senken. Gegebenenfalls müssen betroffene Frauen dann Hormone einnehmen, meint Jansen.




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