EPH-Gestose und HELLP-Syndrom
Schwere Formen der EPH-Gestose/Präeklampsie (früher auch „Schwangerschaftsvergiftung“ genannt) und HELLP-Syndrom sind häufige Gründe dafür, dass eine Schwangerschaft vorzeitig beendet werden muss.Bei der Gestose/Präeklampsie kommt es zu Flüssigkeitseinlagerungen in Beinen und Armen (Edema), Eiweiß im Urin (Proteinurie) und Bluthochdruck (Hypertension). In schweren Fällen kann sich daraus eine Eklampsie entwickeln, wobei es zu Krampfanfällen kommt, die sowohl für die Mutter wie auch für das Kind lebensbedrohlich sein können. Erste Symptome (zusätzlich zu den Gestose-Symptomen) hierfür können sein: starke Kopfschmerzen, Flimmern vor den Augen, Allgemeines Unwohlsein.
Ein HELLP-Syndrom kann sich auf dem Boden einer Gestose, aber manchmal auch ohne jegliche Vorwarnung entwickeln. Symptome sind meist heftige Schmerzen in Bauch und Rücken, die Diagnose wird dann durch Blutuntersuchungen gestellt: (H = Hämolyse, also Zerfall der roten Blutkörperchen, EL = erhöhte Leberlaborwerte, LP = low platelet count (engl: geringe Anzahl der für die Blutgerinnung wichtigen Plättchen).
Die genauen Ursachen sind immer noch nicht genau bekannt, wohl aber einige Risikofaktoren, wie Vererbung, schon vor der Schwangerschaft bestehende Nierenerkrankungen sowie Bluthochdruck. Bei einigen Frauen können auch immunologische Ursachen oder Störungen der Blutgerinnung (Thrombophilie) die Erkankung begünstigen.
Früher wurden zur „Entwässerung“ salzarme Kost und sog. Obst-Reis-Tage verordnet. Heutzutage wird davon abgeraten. Eiweißreiche Kost scheint dagegen einen günstigen Effekt zu haben.
Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist auch hier die regelmäßige Schwangerenvorsorgeuntersuchung, bei der der Blutdruck gemessen und der Urin untersucht wird. So kann bei Risikofaktoren und Auffälligkeiten schnell reagiert werden.
15/08/06


