"Nie kümmerst du dich"

 
"Nie kümmerst du dich"Übergänge in neue Lebenssituationen sind krisenanfällige Zeiten. Für Paare ändert sich viel durch die Geburt eines Kindes, deshalb ist diese Phase eine der sensibelsten in einer Beziehung. Das Kind, nicht der Partner steht plötzlich im Mittelpunk.

Es ist spannend zu sehen, wie ein Kind aufwächst, sich entwickelt und lernt. Aber all dies ist auch anstrengend und kann deshalb zu einer Belastung für die Partnerschaft werden. Abends sind die meisten Eltern in den ersten Monaten zu dritt geschafft und nehmen sich kaum noch Zeit füreinander. Vor allem viele junge Paare fühlen sich mit der Elternrolle überfordert.
Krise nach der Geburt

Entscheidend zur Verschlechterung der Partnerschaft trägt es bei, wenn sich nach der Geburt die traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau einpendelt. Das stört vor allem Frauen: Der Mann arbeitet und bringt das Geld nach Hause und sie fühlt sich mit Kind und Haushalt alleine gelassen. Denn trotz Änderung im Erziehungsgesetz nehmen sich nur 3 % der Väter Erziehungsurlaub. Viele Partner sind überrascht und enttäuscht, wie sich der andere nach der Geburt verhält. Wenn die Schwierigkeiten in eine größere Beziehungskrise ausarten, kann eine kurze Trennung helfen. Wichtig um wieder zusammenzukommen ist, dass man lernt, seine Gefühle und Erwartungen zu äußern. Dabei kann man von ein paar Regeln profitieren, welche die Kommunikation vereinfachen:
  1. Ärger äußern, wenn er da ist. Bei aufgestauten Gefühlen, kommt es meist irgendwann einmal zu einem explosionsartigen Streit, bei dem man nicht mehr vernünftig diskutieren kann.
  2. Wenn Sie Streitpunkte ansprechen, ist es wichtig, dass sie bei den Äußerungen immer bei sich bleiben: Formulierungen wie "Ich habe das Gefühle,…" statt verallgemeinernde, absolute Aussagen wie "Nie kümmerst du dich" lenken das Gespräch nicht so schnell in einen Streit.
  3. Versetzen Sie sich in die Situation des Partners. Zusammen können Sie die Verteilung der Aufgaben und Freizeit so vereinbaren, dass beide einverstanden sind.
  4. Die Zeit zu zweit sollte auch mit Baby nicht zu kurz kommen. Vielleicht haben sie die Möglichkeit, das Kind ab und zu abzugeben. Nutzen Sie diese Zeit, um sich darauf zu besinnen, was die Basis ihrer Beziehung vor dem Kind war und pflegen sie gemeinsame Interessen.





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