Wie können Scheideninfektionen noch früher als bisher erkannt werden?

 
Wie können Scheideninfektionen noch früher als bisher erkannt werden?In der Scheide besteht normalerweise ein mikrobielles Gleichgewicht zwischen in großer Menge vorhandenen Milchsäurebakterien und in geringerer Zahl vorhandenen anderen Keimen (andere Bakterien, Viren und Pilze). Das körpereigene Abwehrsystem sorgt dafür, dass sich andere Keime nicht übermäßig vermehren können. Dabei wird das Abwehrsystem von den Milchsäurebakterien (Lactobacillus acidophilus) unterstützt. Die von diesen produzierte Milchsäure bewirkt, dass im Scheideneingangsbereich die Scheidenflüssigkeit deutlich sauer ist, wodurch die meisten kritischen Keime in Schach gehalten werden.

Der Säuregehalt wird durch den sog. pH-Wert angegeben: Je saurer eine Flüssigkeit ist, desto niedriger ist deren pH-Wert. Normale pH-Werte für den Scheideneingangsbereich liegen zwischen 4,0 und 4,4.

Wenn durch eine Schwächung der körpereigenen Abwehr oder durch ungünstige äußere Bedingungen sich die Anzahl der Milchsäurebakterien verringert oder diese von fremden Keimen verdrängt werden, kann dies meist am pH-Wert im Scheideneingangsbereich erkannt werden: Er steigt auf Werte über 4,4 an. Ein pH-Wert über 4.4 kann somit entweder auf eine alleinige Verringerung der Milchsäurebakterien (sog. vaginale Milieustörung oder vaginale Dysbalance), die häufig ein Vorstadium einer Infektion ist - oder auf eine damit kombinierte bereits nachweisbare Infektion hindeuten. Damit besteht die Möglichkeit, Scheideninfektionen oder deren Vorstadien oft frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, noch bevor Komplikationen auftreten.

Bitte beachten Sie: Einige Keime, insbesondere Pilze, können sich leider auch im sauren Milieu vermehren (Pilzinfektionen alleine führen aber in der Regel nicht zu Frühgeburten). Ein saures Scheidenmilieu (normaler pH-Wert) bedeutet daher keinen ganz sicheren, wohl aber einen sehr guten Schutz gegen die meisten der frühgeburtsauslösenden Keime.

Untersuchungen zur Früherkennung von Veränderungen des Scheiden-pH-Wertes können Sie selbst durchführen, so dass eine Überprüfung in kurzen Abständen - auch zwischen den ärztlichen Vorsorgeterminen - gewährleistet ist.




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