Temperaturniveaus gibt. Vor dem Eisprung ist die Temperaturlage etwas niedriger. Um den Eisprung herum steigt sie erkennbar meist zwischen 0,2 bis 0,5'C an und bleibt bis zum Ende des Zyklus auf diesem Niveau. Dieser Temperaturanstieg wird durch das Gelbkörperhormon Progesteron bewirkt. Durch den Temperaturanstieg weiß eine Frau, ob sie einen Eisprung hatte. Aber auch der Beginn der vorausgehenden Fruchtbarkeit ist für die Frau erfaßbar. Das geschieht mit Hilfe des Zervixschleims. Normalerweise ist die Zervix, das heißt der Gebärmutterhals, durch einen zähen Schleimpfropf fest verschlossen. Dadurch gelangen die Samenzellen erst gar nicht in die Gebärmutter und sterben im sauren Milieu der Scheide nach ein bis zwei Stunden ab.
Zum Eisprung wird der Schleimpfropfen aufgelöst und der Schleim dünnflüssiger. Jetzt können Samenzellen in ihn eindringen. Sie finden dort reichlich Nahrung, um in den nächsten Stunden und Tagen den beschwerlichen Weg bis zur Eizelle fortzusetzen.

"Moment - das versteh' ich nicht."

Bei jedem Samenerguß werden zwischen 200 bis 700 Millionen Samenzellen durch Samenleiter und Harnröhre in die Scheide geschleudert. Ein Marathonlauf beginnt, denn die Samenzellen müssen auf dem Weg zur Eizelle zuerst in den Zervixschleim einwandern, dann die Gebärmutterhöhle und den Eileiter durchwandern und eine Strecke von 15 bis 18 cm zurücklegen - das dreitausendfache der eigenen Größe! Eine Samenzelle mißt 0,06 Millimeter. Zum Vergleich: Für einen zwei Meter großen Mann hieße das, sich "robbend" auf eine Distanz von 6.000 Meter zu begeben. Wenn eine Samenzelle dann im Eileiter eine Eizelle befruchtet hat, braucht diese noch einige Tage, bis sie in der Gebärmutter für neun Monate ihr Zuhause findet. Ist der Samen dagegen nicht fit genug oder wird ihm zum Teil durch verklebte Eileiter der Weg versperrt, so bleibt die ersehnte Schwangerschaft aus.

"Wie wissen wir, ob wir schwanger sind?"

Nach einer Befruchtung wird verstärkt Progesteron produziert und die Gebärmutterschleimhaut so auf eine Schwangerschaft vorbereitet. Die Schleimhaut wird nicht abgestoßen, sondern weiter mit Nährstoffen angereichert und aufgebaut - Deshalb bleibt die Blutung aus und die Körpertemperatur in der Hochlage. So weiß eine Frau schon frühzeitig von ihrer Schwangerschaft. Und nicht nur das. Wenn eine Frau ihre Temperaturkurve führt, hat sie auch die Möglichkeit, den Geburtstermin genauer vorauszusagen. Denn sie kennt den Zeitraum, in dem der Eisprung stattgefunden hat.

"Wenn es bei uns trotzdem nicht klappt?"

Auch wenn es hart klingen mag: Es kommt gar nicht so selten vor, daß sich der Wunsch nach einem Kind spontan nicht erfüllt. Ein Grund: Gerade junge Paare mit prall gefülltem Terminkalender verpassen schlicht und einfach den Zeitraum, in dem Schwangerschaft möglich ist. Da gilt es, per Körperbeobachtung die günstigen Tage für eine Empfängnis einzugrenzen und den Lebensrhythmus dem Fruchtbarkeitsrhythmus entsprechend anzupassen.

"Haben wir bereits."

Es kann natürlich auch sein, daß Sie zum richtigen Zeitpunkt Verkehr haben und eine Schwangerschaft trotzdem ausbleibt. Ist das wiederholt der Fall, sollten Sie ärztlichen Rat suchen, um eine eventuelle medizinische Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch aufzudecken. Wie gesagt: Hilfreich bei der Suche nach möglichen Ursachen sind eigene Zyklusaufzeichnungen. Denn sie geben Hinweise auf ein mögliches Ausbleiben des Eisprungs oder auf einen eventuellen Progesteron-Mangel durch Gelbkörperschwäche - beides Gründe für Kinderlosigkeit.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.gyn-online.at)




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