Anabole Steroide und ihre Nebenwirkungen

Nebenwirkungen bei Frauen und Männern
- Akne
- Wasserspeicherung
- hoher Blutdruck
- Störungen der Psyche
- veränderte Leberfunktion, evtl. Leberkrebs
- Suppression des gonadalen Regelkreises (Gonadotropine)
- Glatzenbildung
- vermehrte Talgbildung (Seborrhöe)
- Veränderungen im kardiovaskulären System
- Überlastung des Bewegungsapparates
- Appetit-Zunahme
- erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten nach Absetzen
Zu den wichtigsten Nebenwirkungen der
Anabolika gehören die Auswirkungen auf den Hormonhaushalt, auf den Fettstoffwechsel, auf den Bewegungsapparat, auf das Herz-Kreislauf-System, auf die Leber, sowie auf die Psyche.
Hormonhaushalt
Der Hormonhaushalt des Menschen wird durch komplexe Regelmechanismen über den Hypothalamus, den Hypophysenvorderlappen und periphere Drüsen gesteuert. Durch die Zufuhr von exogenen Anabolika wird dieses Regelsystem empfindlich gestört und durch ein negatives Feedback wird die körpereigene Produktion an
Steroidhormonen verringert oder sogar eingestellt. Durch die Hemmung der gonadotrophen Hormone in der Hypophyse kommt es zu einer Verminderung der Spiegel von luteinisierendem Hormon (LH) und Follikel stimulierendem Hormon (FSH), die beim Mann auf die Produktion von Testosteron und Spermien, bei der Frau auf die Eireifung wirken.
Fettstoffwechsel
Bei Anwendung von
Anabolika kommt es beim Fettstoffwechsel zu einer ungünstigen Verschiebung des Risikoprofils: Der Cholesterinspiegel wird nur unwesentlich beeinflusst, dagegen nimmt das LDL-Cholesterin (Low-Densitiy-Lipoprotein) zu, das HDL-Cholesterin (High Density Lipoprotein) ab. Das ungünstige Risikoprofil bleibt bei längerandauernden Applikationen ausgeprägt und normalisiert sich nach Absetzen der Anabolika nur langsam.
Bewegungsapparat
Die relativ rasche Steigerung der
Muskelkraft durch Anabolika Applikation kann zu einer Überlastung des Sehnen- und Bänderapparates führen, der sich aufgrund seines trägeren Stoffwechsels langsamer an die erhöhten Anforderungen anpasst. Die Gefahr von Sehnen- und Bänderrissen sowie Knorpelschäden an den Gelenken und
Knochenbrüchen ist deshalb erhöht (Weineck 2000, 681)