Brustwarzenpiercing birgt unterschätzte Risiken
Rustinfektion als unangenehme Spätfolge eines Modephänomens Brustwarzenpiercing hat in den letzten Jahren zunehmend an Popularität gewonnen und wird im Allgemeinen nicht mehr als soziales Stigma einer Subkultur oder sozialen Unterschicht betrachtet. Dabei wird das Risiko eines Brustabszesses sowohl von den Frauen unterschätzt als auch von den Piercing-Studios verharmlost.Wissenschafter der Frauenkliniken der Universitäten München und Kiel berichten über drei Fälle von Brustabszess nach Brustwarzenpiercing und zeigen die dahinterstehenden gesundheitlichen wie gesellschaftlichen Probleme auf. Drei Patientinnen zwischen 28 und 35 Jahren wurden mit Brustabszess nach Brustwarzenpiercing stationär aufgenommen, wobei das Piercing etwa 8 Monate zurücklag. Bei allen wurde eine operative Eröffnung und Entfernung des Abszessherdes mit postoperativer Antibiotikagabe durchgeführt, wobei es sich bei den verursachenden Keimen um Mykobakterien, Staphylokokken und Streptokokken Gruppe B handelte. Die Krankenhausaufenthaltsdauer betrug im Durchschnitt 8 Tage, die Kosten lagen im Durchschnitt bei 3.624,54 €.
Nur sieben Fallberichte von Brustinfektionen nach Brustwarzenpiercing sind bisher in der Fachliteratur dokumentiert. Die Wundheilung des Piercingkanals variiert und kann 6-12 Monate dauern. Das Risiko einer Brustinfektion liegt bei ca. 10-20 %, oft im Intervall von mehreren Monaten nach dem Piercing. Mangelndes Verständnis und inkonsequente Durchführung der hygienische Pflege der Inzisionen neben anderen Risikofaktoren wie u. a. Nikotinabusus oder Augmentationsplastik erhöhen das Infektionsrisiko.


