Diagnostike der weibliche Sterilität

 
Diagnostike der weibliche Sterilität

Gebärmutterhalssekret

Das Sekret des Gebärmutterhalses (Zervixsekret) ist stark hormonabhängig. Unter dem Einfluß des Östrogens, welches vom Follikel gebildet wird, ist es zur Zyklusmitte (kurz vor dem Eisprung) besonders dünnflüssig. Mit der gleichzeitigen Eröffnung des Muttermundes werden damit zum Zeitpunkt des Eisprungs für die Spermien optimale Verhältnisse geschaffen. Aufgrund der Beschaffenheit des Sekretes des Gebärmutterhalses können sie dieses leichter durchdringen und in die Gebärmutterhöhle gelangen. Diese erste "Hürde" ist für die Spermien oftmals von entscheidender Bedeutung. Denn selbst bei großer Zahl und guter Beweglichkeit sind die Spermien nicht in der Lage, durch den Gebärmutterhals zu dringen, wenn das Sekret zäh ist.

Diese Erkennnisse macht man sich bei zwei Untersuchungen zunutze. Bei dem sogenannten Zyklusmonitoring wird oft (diese Untersuchung gehört nicht zur Routine) das Zervixsekret mituntersucht, um den Zeitpunkt des Eisprungs abzuschätzen. Die Konsistenz des Sekrets wird auf "Spinnbarkeit" untersucht, da es kurz vor dem Eisprung so flüssig ist, daß sich ein Faden bis vor den Scheideneingang ziehen läßt, ohne abzureißen. Außerdem gibt es einen "Farnkrauttest", wo das Sekret nach dem Trocknen unter dem Mikroskop untersucht wird. Da die meisten Kliniken und Praxen, die Kinderwunschbehandlungen durchführen, bei dem Zyklusmonitoring auch Hormonbestimmungen anwenden, ist diese sehr einfache und aussagekräftige Technik zunehmend verlassen worden.

Die zweite Untersuchung gehört bei vielen Untersuchern zur Basisdiagnostik. Bei dem sogenannten "Postkoitaltest" wird mit einem Zyklusmonitoring und Spinnbarkeitsuntersuchungen der optimale Zeitpunkt für Verkehr bestimmt. 8-10 Stunden nach Geschlechtsverkehr wird das Muttermundsekret unter dem Mikroskop auf das Vorhandensein beweglicher Spermien untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchung läßt eine Aussage darüber zu, wie gut die Spermien die erste "Hürde" auf dem Weg in die Eileiter zu überwinden in der Lage sind. Dieser Test macht nur dann Sinn, wenn der Mann ein normales Spermiogramm hat und die Frau einen Eisprung, deswegen wurde diese Untersuchung nicht unter der Überschrift Basisdiagnostik erwähnt. Zur Therapie bei einer gestörten Interaktion zwischen Gebärmutterhalssekret und Spermien wird meist eine Insemination durchgeführt

Spezielle Diagnostik bei hormonellen Störungen

Diese speziellen Untersuchungen dienen dazu, den Verdacht auf eine von den unter "Ursachen des unerfüllten Kinderwunsches/weibliche/hormonelle" beschriebenen Störungen zu bestätigen, bzw. das Ausmaß der Therapiebedürftigkeit abzuschätzen.

Ausfall der Hirnanhangsdrüse

In dem entsprechenden Kapitel über die Grundlagen der Funktion der Hirnanhangsdrüse wurde bereits erwähnt, daß meist eine Störung der Hormonsekretion des Zwischenhirns (Hypothalamus), welches die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) stimuliert, Grund für einen Funktionsausfall der Hirnanhangsdrüse ist . Eine direkte Schädigung der Hypophyse kann jedoch auch vorliegen. Unabhängig davon, ob eine unkoordinierte GnRH-Sekretion oder eine Schädigung der Hirnanhangsdrüse die Ursache für den Funktionsausfall ist, die hormonellen Symptome sind identisch. Man findet extrem erniedrigte Werte für das follikelstimulierende und das eisprungauslösende Hormon (LH und FSH, also die Hypophysenhormone). Da die Eierstöcke nicht mehr stimuliert werden, sind die Östrogenwerte ebenfalls stark vermindert.

Zur Therapie ist es nun wichtig, herauszufinden, auf welcher Ebene die Störung liegt. Ob also Hypothalamus oder Hypophyse betroffen sind. Dazu führt man einen sogenannten GnRH-Test durch: Hierbei wird zunächst Blut abgenommen und dann das Hormon des Zwischenhirns (auch LHRH genannt, gibt es als Medikament) in die Vene gespritzt. Eine halbe Stunde später wird erneut Blut abgenommen und LH und FSH, also die Hormone der Hirnanhangsdrüse gemessen. Wenn der Anstieg deutlich ist, dann ist davon auszugehen, daß die Hirnanhangsdrüse normal funktioniert und die Störung höher liegt, also im Bereich des Zwischenhirns. Wenn der Anstieg jedoch ausbleibt, dann ist dies ein Nachweis für eine Störung der Hirnanhangsdrüse. Bei einer Fehlfunktion des Zwischenhirns muß im Rahmen der Ursachensuche noch Prolaktin (siehe weiter unten) bestimmt werden, da dieses Hormon die regelrechte Ausschüttung des GnRH negativ beeinflussen kann.

Ausfall der Eierstöcke

Das vorzeitige Verlöschen der Eierstocksfunktion ist hormonell gleichzusetzen mit dem vorzeitigen Eintritt der Wechseljahre. LH und FSH sind stark erhöht und die Östrogene deutlich erniedrigt. Im Vordergrund steht bei der Diagnostik daher auch die Bestimmung dieser drei Hormone. Dabei ist zu bemerken, daß eine solche hormonelle Konstellation nicht immer von Dauer sein muß, man spricht dann von einem "Intermittant ovarian failure", also einer vorübergehenden Störung der Eierstocksfunktion. Mindestens drei Hormonbestimmungen in einem Abstand von ca. einem halben Jahr sollten durchgeführt werden, um diese Diagnose mit einiger Sicherheit stellen zu können. Wenn diese Situation dauerhaft so ist, ohne daß je eine Regelblutung ohne Hormongabe aufgetreten ist, dann spricht man von einer "primären Amenorrhoe". Bei einer solchen Situation sollte eine genetische Abklärung erfolgen um genetisch bedingte Erkrankungen auszuschließen, welche diese Störung hervorrufen können (am häufigsten: Turner- Syndrom )

Da auch eine Autoimmunerkrankung eine solche Erkrankung hervorrufen kann, sollten Antikörper gegen Ovarialgewebe bestimmt werden (ist nur an spezialisierten Instituten möglich). Da die Schilddrüse ebenfalls häufig von der körpereigenen Abwehr "angefallen" wird, sollte bei einem Verdacht auf eine Autoimmunkrankheit auch die Schilddrüse mituntersucht werden.

Gelbkörperschwäche

Die Gelbkörperschwäche zeichnet sich durch eine mangelnde Versorgung des Körpers mit Gelbkörperhormon aus. Dies führt zu einer ungenügenden Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des Embryos und resultiert oft in einer hormonell bedingten Sterilität oder in frühen Aborten. Bei der Untersuchung dieser Problematik wird zunächst eine Basaltemperaturkurve geführt lesen Sie weiter




Infoflasche die meist komplette Informationsquelle! Helfen Sie uns Infoflasche zu ergänzen und promoten Sie gleichzeitig ihre Site. Haben Sie noch interessante Informationen? Machen Sie sich infoflasche Partner!