Die Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

 
Die Benigne Prostatahyperplasie (BPH)Die Prostata des gesunden erwachsenen Mannes wiegt circa 20 Gramm. Größe und Gewicht bleiben bis zum 45. Lebensjahr in etwa konstant. Die dann bei vielen Männern beginnende Vergrößerung der Prostata, die mit einer Gewichtszunahme bis zum Fünffachen des Ausgangswertes einhergehen kann, ist ein normaler Teil des Alterungsprozesses und muss nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Ausgelöst wird der Wachstumsprozess wahrscheinlich durch eine Verschiebung im Hormonhaushalt des alternden Mannes.

Für die gutartige Vergrößerung der Prostata existieren viele Bezeichnungen. Ob Prostatahypertrophie, Adenom oder Altmännerkrankheit: die Praxis seines Hausarztes oder des Urologen sucht der Patient mit Beschwerden beim Wasserlassen auf. Dafür kann eine BPH verantwortlich sein, muss es jedoch nicht. Warum eine vergrößerte Prostata nicht unbedingt Beschwerden macht wird klar, wenn man den Vorgang des Gewebewachstums in der Drüse näher betrachtet.

Da die Prostata von einer derben Haut umgeben ist, kann sich neu entstehendes Gewebe kaum nach außen ausdehnen. Stattdessen drückt es nach innen und verengt die Harnröhre. Wachsen die Prostatazellen ganz in der Nähe der Harnröhre, kommt es schon bald zu einer Verengung mit den typischen Beschwerden beim Wasserlassen, obwohl die Größenzunahme der Drüse vergleichsweise gering sein kann. Vermehrt sich das Drüsengewebe dagegen eher in den Randbereichen der Prostata, wird die Harnröhre nicht oder kaum eingeengt. Trotz einer durchaus massiven Volumenzunahme kann der Betroffene lange beschwerdefrei bleiben.

In Abhängigkeit von der Schwere der Abflussbehinderung werden mehrere Stadien der BPH unterschieden: Im ersten Stadium ist der Beginn der Blasenentleerung verzögert und das Wasserlassen dauert merklich länger. Außerdem tröpfelt Urin nach. Eine weiter wachsende Prostata schränkt die normale Blasenfunktion spürbar ein. Der Patient klagt über ein Restharngefühl und muss insbesondere nachts mehrmals Wasser lassen. Wenn zuviel Restharn in der Blase verbleibt, treten gehäuft bakterielle Infektionen auf. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zur sogenannten Überlaufinkontinenz. Dabei kann die überdehnte Blase den Urin nicht mehr halten; ständiges Urintröpfeln ist die Folge.

Was kann ich selbst tun?

  • Ab dem 45. Lebensjahr kann jeder Mann einmal jährlich an der kostenlosen und schmerzfreien Früherkennungsuntersuchung der Prostata teilnehmen. Prostatakrebs, aber auch die BPH, können so frühzeitig entdeckt werden.
  • Zusätzlich kann man den PSA-Wert bestimmen lassen.
  • Bei BPH-verursachten Harnabflussstörungen gilt grundsätzlich: Vermeiden Sie Alkohol und scharfe Gewürze; sorgen Sie für regelmäßige Blasen- und Darmentleerung und treiben Sie Sport.
  • Wer ungesättigte Fettsäuren gegenüber tierischen Fetten vorzieht und viel Ballaststoffe zu sich nimmt, ernährt sich nicht nur cholesterin-, sondern auch „prostatabewusst“.
  • Trinken Sie genug – am besten Mineralwasser. Eine gut gespülte Blase ist weniger infektgefährdet.
  • Bei längeren Autofahrten Bewegungspausen nicht vergessen.





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