Forscher schließen die Neubildung von Eizellen bei adulten Säugern aus
Der allgemein akzeptierten Forscherauffassung nach werden alle Human-Eizellen (bzw. deren Vorläufer = Oozyten) bereits während der fötalen Entwicklung im Mutterleib angelegt. Die so in einer Art Reservoir des Eierstock-Gewebes liegenden Oozyten werden ab der Pubertät, d.h. der Entwicklung zur fortpflanzungsfähigen Frau, jeweils mit einem Eisprung, aktiviert. Damit ist die Neubildung von Oozyten, z.B. nach Zerstörung deren Lagerstätte durch Chemotherapie oder operativer Entfernung bei Krebs, ausgeschlossen.Doch wurde das Regenerationsvermögen des menschlichen Körpers bisher unterschätzt? Innerhalb der vergangenen Jahre diskutierten Wissenschaftler einen möglichen Zusammenhang zwischen Stammzellen und der Entstehung von „neuen“ Oozyten (vgl. 12/4KW2004). Johnson et al. hatten hierzu 2004¹ und 2005² Ergebnisse veröffentlicht, worin sie die Neubildung von Oozyten aus peripheren Gewebezellen (wie des Knochenmarks) als potentiell denkbar erachteten. Denkbar wäre damit eine Art Reaktivierung der Fortpflanzungsfähigkeit.
Allerdings gaben kürzlich US-Wissenschaftler, welche nach einem Beleg für die Fähigkeit von ebensolchen Stammzellen suchten, in einer Online-Veröffentlichung des Fachblatts „Nature“ folgende Resultate bekannt (Eggan et al. 2006³):
- Die Neubildung von Oozyten aus transplantierten und im Blutkreislauf zirkulierenden Stammzellen aus dem Knochenmark konnte nicht nachgewiesen werden: Sowohl bei gesundem als auch bei zerstörtem Eierstockgewebe kamen Stammzellen, die zuvor gentechnisch zur Verfolgung markiert waren, zwar im Eierstock an, verbanden sich vereinzelt mit Oozyten, entwickelten sich dann aber ausschließlich zu Blutzellen.
- Untersuchungen zu Auswirkungen von Chemotherapie oder radioaktiver Bestrahlung, durch welche das Eierstockgewebe geschädigt wird, ließen erkennen, dass bei derartiger Behandlung nicht wie zuvor angenommen zwangsläufig alle Oozyten zerstört werden. Dennoch zeigten die behandelten Tiere (in Abhängigkeit der Dosis) eine erhebliche Verminderung bis Ausschaltung der Eizellbildung.
- Eizellen entwickeln sich bei adulten Säugern aus Vorläuferzellen, die in einem Pool angelegt sind. Dieses Reservoir kann nicht regenerativ wieder aufgefüllt werden.


