Arthrose: Mindesthaltbarkeitsdatum der Gelenke überschritten?
Verschleißerkrankungen der Gelenke, Arthrosen, schränken die Beweglichkeit ein und bereiten meist starke Schmerzen – dauerhaft. Denn bei Arthrose handelt es sich um eine degenerative Erkrankung des Bewegungsapparates. Schon seit einiger Zeit ist Arthrose keine Erkrankung des Alters mehr. Die Patienten werden immer jünger. Umso wichtiger ist es daher, eine Therapie zur Verfügung zu haben, die die Beschwerden bei möglichst geringer Belastung von Körper und Seele dauerhaft lindert. Niedrig dosierte, aber stark wirksame Opioide stellen sich als Mittel der Wahl heraus.„Schätzungsweise jeder zweite bis vierte Deutsche über 60 Jahren leidet an chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates“, sagt Dr. Michael Küster, Internist und Schmerztherapeut aus Bonn. Arthrosen entstehen bei dauerhafter, meist einseitiger Überbelastung oder altersbedingt durch Abnutzung der Knorpelflächen an den Gelenken. „Häufig wird zunächst der Knorpel nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt“, erklärt Küster. „Die Knorpelzellen sterben ab, und die Elastizität des Gewebes lässt nach“, erläutert der Schmerzexperte weiter. Die Oberfläche der Knorpel raut immer mehr auf, Risse entstehen und Knorpelteilchen werden abgerissen. „Entzündungen und Schmerzen sind die Folge“, beschreibt Küster den Verlauf.
„Durch die Bewegungsschmerzen können vor allem Beschwerden der Muskeln viel früher chronifizieren als bisher angenommen“, so Küster. Die frühzeitige Anwendung von Opioiden in ausreichender Dosierung wirkt nicht nur schmerzlindernd, wie Küster betont, sondern hat auch eine vorbeugende Wirkung. „Opioide stärken körpereigene Schmerzabwehrmechanismen und verhindern die Sensibilisierung von Schmerzrezeptoren“, erläutert der Experte. Bei chronischen Bewegungsschmerzen stehen dem Arzt seit einiger Zeit niedrig dosierte Fentanyl-Schmerzpflaster zur Verfügung, die wegen der geringen Wirkstoffmenge nur der Schmerzmittelstufe II des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgestellten Stufenschemas entsprechen. Normalerweise werden Opioide wie das Fentanyl der Stufe III zugeordnet.
Wie verschiedene Studien belegen, sind Fentanyl-Pflaster auch bei Arthrose und rheumatoider Arthritis sehr wirksam. Sowohl der Ruhe- als auch der Bewegungsschmerz werden stark vermindert, so die bisherige Erfahrung von Küster. Nach Ansicht des Schmerzexperten ist es zur Minimierung unerwünschter Wirkungen sinnvoller, ein hochwirksames Opioid in geringer Dosierung zu verabreichen, als ein weniger wirksames hoch zu dosieren. „Können nicht-steroidale Antiphlogistika, also Schmerzmittel der WHOStufe I, die Arthroseschmerzen nicht ausreichend lindern, ist ein niedrig dosiertes Schmerzpflaster eine wichtige Alternative“, fasst Küster zusammen.


