Männliche Infertilität ... wieso?

Anabolika, Rauchen, Übergewicht und ärztliche Ratschläge – Viele Ursachen der männlichen Infertilität
MONTREAL. Die Häufigkeit von Fortpflanzungsstörungen bei Männern hat zugenommen. Guter Rat muss nicht unbedingt den Besuch einer teuren Fertilitätsklinik bedeuten, zumal viele Störungen selbstverschuldet sind. Aber auch der Rat von Medizinern kann kontraproduktiv sein, wie Vorträge auf einer Tagung nordamerikanischer Fortpflanzungsmediziner zeigen.
Wenn ein junger Mann jahrelang im Fitness-Zentrum an seinem Körper gearbeitet hat und endlich die Traumfrau gefunden hat, scheint er seinem Ziel, der Gründung einer Familie, sehr nahe zu sein. Doch der letzte, eigentlich doch einfache Schritt, die Zeugung eines Kindes gelingt dann vielfach nicht. Jetzt rächt sich die jahrelange Einnahme von Anabolika, deren Missbrauch in den USA weit verbreitet ist.
Die Steroide haben zwar die Muskeln zu imponierender Größe anwachsen lassen, doch im Ejakulat finden sich keine Spermien mehr. Dies scheint an amerikanischen Fertilitätskliniken ein häufiges Problem zu sein. Forscher der Yale Universität und der Universität von Connecticut stellten auf einer Tagung in Montreal exemplarisch die Daten von 15 Patienten mit einer Einnahme von Anabolika in der Eigenanamnese vor.
Elf hatten niedrige Blutspiegel für Testosteron, FSH und LH, wie man es nach der langfristigen Einnahme von Anabolika erwarten kann. Von diesen elf Patienten hatten neun eine vollständige Azoospermie, das heißt ihr Ejakulat enthielt keinerlei Spermien, bei den anderen beiden Patienten bestand eine Oligospermie, die ebenfalls nicht ausreichte, um den Kinderwunsch zu erfüllen. Nach dem Absetzen der Anabolika kam es bei lesen Sie weiter


