Muskeln, ein Meisterwerk der Natur
Eigentlich ist es verwunderlich, dass uns viel mehr grimmig dreinblickende Menschen begegnen als lächelnde. Um böse zu gucken, brauchen wir nämlich 54 Muskeln, für eine freundliche Miene dagegen nur 43.Haben Sie das gewusst? Oder ist Ihnen bekannt, dass ein gesunder Mensch mehr als 600 Muskeln besitzt? Beim Mann machen diese etwa 40 Prozent, bei der Frau rund 25 Prozent der Körpermasse aus. Der größte Muskel des Menschen ist übrigens der Große Rückenmuskel (lat. musculus latissimus dorsi). Er beginnt unterhalb des Schulterblattes hier nimmt er die gesamte Rückenbreite ein und führt bis zur Hüfte.
Der kleinste ist der Steigbügelmuskel, der im Innenohr die Weiterleitung des Schalls beeinflusst.
Die Muskeln, die zu einem großen Teil aus Eiweißen bestehen, erfüllen verschiedene Aufgaben im menschlichen Körper. Zum einen sind sie natürlich verantwortlich für das Funktionieren des gesamten Bewegungsapparates. Die Energie, die sie dafür benötigen, beziehen sie aus den Nahrungsfetten. Verbrennen Muskeln nicht genügend Fett, weil sie zu wenig arbeiten, legt der Körper hartnäckige Fettpolster an.
Zum anderen sind Muskeln wichtig für die Sauerstoffversorgung der Körperzellen und den Abtransport der Schadstoffe. Dieser Aufgabe können sie gerecht werden, wenn sie gesund und stark durchblutet sind. Sind die Muskeln durch fehlende Bewegung jedoch schwach und zurückgebildet, werden die Zellen, vor allem in den Händen und Füßen, nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Auch der wichtigste Muskel im Körper, das Herz, arbeitet dann weniger, das Blut zirkuliert langsamer, Schadstoffe lagern sich leichter in den Venen ab es drohen lebensgefährliche Thrombosen.
Mediziner unterscheiden quer gestreifte Muskeln, die unter dem Mikroskop ein gleichmäßiges Muster aufweisen, und glatte Muskeln. Zu letzteren gehören die Muskeln, die arbeiten können, ohne dass wir das durch unseren Willen steuern. Solche sorgen zum Beispiel dafür, dass sich die feinen Härchen auf unserer Haut zu einer Gänsehaut aufstellen. Nicht beeinflussen lässt sich übrigens auch der Herzmuskel, obwohl er zu den quer gestreiften gezählt wird. Zu denen gehören außerdem alle Skelettmuskeln, also diejenigen, welche über eine Sehne mit den Knochen verbunden sind. Kraft erzeugt ein Muskel alleine dadurch, dass er sich zusammenzieht.
Die umgekehrte Bewegung wird jeweils von seinem Gegenspieler (Antagonist nennen die Experten diesen) gesteuert. Beugen wir den Arm, arbeitet der Bizeps, wenn wir ihn wieder strecken, muss der Trizeps ran, der Bizeps entspannt sich.


