Pflegeexperten stellen Rahmenempfehlungen vor
Die Lebensqualität von Menschen mit Demenz in Alten- und Pflegeheimen kann erheblich gesteigert und der Alltag des sie betreuenden Personals erheblich verbessert werden, wenn pflegerische Maßnahmen wie zum Beispiel Bewegungsförderung und Erinnerungspflege regelmäßig angewendet werden. Demenz-Expertinnen und -Experten haben gemeinsam mit dem Institut für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke und dem Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) Rahmenempfehlungen entwickelt, wie man mit dem „herausfordernden Verhalten" von Menschen mit Demenz umgeht. Diese wurden auf einer Pressekonferenz in Köln vorgestellt und im Rahmen einer Tagung mit circa 500 Fachleuten diskutiert.Nach Schätzungen sind in der stationären Altenpflege etwa 60 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner an einer Demenz erkrankt. Viele von ihnen zeigen dabei – laut internationalen Studien liegt die Häufigkeit zwischen 38 und 76 Prozent - ein so genanntes herausforderndes Verhalten. Darunter werden Verhaltensweisen wie zum Beispiel ein erhöhter Bewegungsdrang mit „Umherwandern", lautes Rufen und Aggressivität verstanden, die die in der Pflege und Begleitung Demenzkranker Tätigen oft als sehr belastend empfinden. Viele stehen diesen Verhaltensweisen hilflos gegenüber.
Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) das Institut für Pflegewissenschaft und das KDA beauftragt, wissenschaftlich fundierte Rahmenempfehlungen zu erarbeiten. „Die Rahmenempfehlungen basieren auf umfangreichen internationalen Literaturrecherchen", erklärt Margareta Halek vom pflegewissenschaftlichen Institut der Universität Witten/Herdecke, die die Literaturauswertung durchgeführt hat. „Zur fachlichen Beratung und Unterstützung der zweijährigen Projektarbeiten ist zusätzlich eine begleitende Expertengruppe mit zehn Fachleuten aus der pflegerischen, sozialen sowie medizinischen Praxis und Wissenschaft eingerichtet worden", so Halek weiter. Insgesamt wurden sieben Rahmenempfehlungen entwickelt: Verstehende Diagnostik, Assessmentinstrumente, Validieren, Erinnerungspflege, Berührung – Basale Stimulation - Snoezelen, Bewegungsförderung sowie pflegerisches Handeln in akuten psychiatrischen Krisen von Demenzkranken.
„Die verstehende Diagnostik stellt die Perspektive des Menschen mit Demenz in den Mittelpunkt des Pflegeprozesses. Assessmentinstrumente lesen Sie weiter


