Auch Schulleiterinnen und Schulleiter benötigen das positive Feedback.

 
Auch Schulleiterinnen und Schulleiter benötigen das positive Feedback.Trotzdem haben sie auch viel Frust, weil oft Anerkennung und Dank fehlen. Sie sind nämlich der "Schuttabladeplatz" für alle: Eltern beschweren sich bei ihnen über Lehrer, Lehrer beschweren sich über Schüler und der Hausmeister beschwert sich über beide. Alle erwarten aber von der Schulleitung die Lösung ihrer Probleme und die Erfüllung ihrer Forderungen. Das kann aber die Schulleitung nicht und deshalb bringt das Frust. Es kommt nämlich noch mehr dazu. Da Lehrerinnen und Lehrer die Schulleitung als Vorgesetzten und damit Vertreter des Arbeitgebers sehen, unterscheiden sie nicht die Verantwortlichen. In ihren Augen hat sich die Schulleitung schließlich um die Stelle beworben und bekommt ja zu ihrem Gehalt zusätzlich einen Batzen "Schmerzensgeld" für diesen Job. Wenn also Schimmelpilze im Klassenraum auftreten, wenn ein wütender Schüler einer Lehrerin vors Schienbein getreten und sie als "fette Kuh" bezeichnet hat, wenn einem Lehrer während der Klassenfahrt die Kasse geklaut wurde oder wenn der Schulbus ausgefallen ist - alles soll die Schulleiterin oder Schulleiter lösen, weil er dafür verantwortlich ist. Keiner weiß, dass diese laufend frustriert werden, weil sie helfen wollen, aber bei den zuständigen Stellen keinen Erfolg haben. Der Schulträger antwortet, dass zur Zeit keine finanziellen Mittel für die Renovierung des Klassenraumes vorhanden seien, man solle evtl. bei schlimmem Befall den Klassenraum tauschen und eine Ausweichlösung finden. Die Bezirksregierung sagt, dass es für die Lehrerin keinen Rechtsschutz gäbe, sie könne nur im Wege der Zivilklage gegen die Eltern vorgehen. Die Versicherung teilt mit, dass es keinen Ersatz gäbe und der Lehrer auch für eingezahlte Gelder der Eltern haften würde. Die Busfirma erklärt, der Fahrer sei ausgefallen und zur Zeit seien keine anderen Busse verfügbar, man solle versuchen, die Kinder anderweitig nach Hause transportieren zu lassen.

Die Schulleitung muss also Misserfolge melden und damit ihre Ohnmacht und "Unfähigkeit" deklarieren, obwohl sie Zeit und Initiative investiert hat. Das ist frustrierend.Hier ist es also entscheidend, die Verantwortlichkeiten transparent zu machen und sich mit dem Kollegium und den Eltern zu solidarisieren. Die Schulleitung muss als Partner für die Problemlösung gesehen werden, nicht als Verantwortlicher oder Schuldiger. Ein typisches Beispiel habe ich auf der Seite Gesundheitsschutz dazu aufgeführt. Manchmal versuchen Schulleitungen auch ihre Anerkennung auf öffentlichem Wege zu bekommen. Wenn eine Schule im Stadtteil oder in der Gemeinde gut dasteht und gelobt wird, tut das dem Schulleiter oder der Schulleiterin sehr gut. Sie identifizieren sich stark mit ihrer Schule. Das sollte Anlass sein, daran zu denken, auf welchen Schultern dieser Erfolg beruht und dies an das Kollegium weiter zu geben, um sich auf diese Weise gegenseitig ein positives Feedback zu schaffen.




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