Über Arbeitsmotivation
Ein wichtiger Baustein für die Arbeitsmotivation sind Mitarbeitergespräche. Sie müssen nicht unbedingt mit Zielvereinbarungen gekoppelt sein oder formell ablaufen. Sie müssen aber eine realistische Einschätzung der Leistung und eine Anerkennung oder aufbauende Kritik enthalten. Jede Schulleiterin oder Schulleiter sollte mindestens einmal im Jahr ein solches Gespräch führen. Oft ist es nämlich so, dass Schulleiterinnen und Schulleiter lange Zeit die Leistungen Ihrer Kolleginnen und Kollegen ignorieren, weil sie immer ihren Dienst tun, nichts Besonderes vorfällt oder alles läuft. Leistungen brauchen aber Reaktionen. Erst wenn man feststellt, dass die Leistungen auch wahrgenommen werden, wird die Freude an der Arbeit erhalten. Außerdem führt die Methode, den Dingen ihren Lauf zu lassen, nicht zu einer Leistungssteigerung, weil niemand motiviert wird.Ein erster Schritt in dieser Richtung ist das Zeigen von Interesse. Schulleiterinnen und Schulleiter sollten sich Klassenarbeitshefte und Haushefte einmal nicht unter dem Gesichtspunkt Durchschnittsnoten und Drittelerlass ansehen, sondern Interesse für die inhaltliche Arbeit zeigen. Sie sollten sich die Klassenräume in ihrer Gestaltung ansehen und einfach auch mal einen informellen Besuch in den Klassen machen und eine Anerkennung aussprechen. Sie könnten auch regelmäßig nach Klassenfahrten, Praktika oder Unterrichtsgängen nach besonderen Erlebnissen fragen. Sie könnten schön gestaltete Arbeitsblätter bewundernd zur Kenntnis nehmen. Sie könnten über die gute Zusammenarbeit im Team staunen und vieles andere mehr. Wichtig wäre vor allem, dass sie Interesse zeigten. Dazu gehört auch das Interesse für die private Situation der Kolleginnen und Kollegen. Gerade sie sind in ihrer Unterrichtsleistung besonders abhängig von der privaten Situation. Ist diese nicht in Ordnung, wird ihr seelisches Gefüge durcheinander gebracht. Dessen Stabilität ist aber unbedingt erforderlich, um kritische Unterrichtssituationen gelassen zu ertragen und angemessen zu reagieren. In diesem Sinne ist es auch zu verstehen, wenn man im Managementbereich Gespräche über Fehlzeiten empfiehlt. Diese sind keinesfalls als Druckmittel oder Kontrolle geeignet, sie sollten vielmehr dazu führen, Verständnis für die Fehlzeiten zu gewinnen. Denn lesen Sie weiter


