Dennoch sind manchmal Ermahnungen erforderlich, um einen Missstand zu beheben oder Fehlentwicklungen zu vermeiden. Gespräche dieser Art enden oft in Misstönen, weil die Kolleginnen oder Kollegen sauer auf die Schulleitung sind. Sie beschweren sich bei Anderen, wie mit ihnen umgesprungen wurde und fühlen sich ungerecht behandelt. Das muss nicht sein, wenn die Schulleitung einige Grundsätze des Managements beherrscht und anwendet: Zunächst einmal will sie durch die Zurechtweisung das künftige Verhalten verbessern. Das geht aber nur, wenn derjenige oder diejenige sein Verhalten überdenkt und nicht über die Art und Weise der Zurechtweisung nachdenkt. Daher sollte man dem Mitarbeiter klar sagen, welchen Fehler er gemacht hat, aber am Ende der Ermahnung unbedingt mit einem Lob abschließen . Wenn man das tut, heißt das so viel wie: "Sie sind in Ordnung und gehören zu meinen besten Leuten. Aber Ihr Verhalten war in der Situation nicht angemessen." Dann denkt der Zurechtgewiesene über sein Verhalten nach und nicht über das des Vorgesetzten. Übrigens sollte eine solche Belehrung auch nur ein einziges Mal punktuell erfolgen und dann abgeschlossen sein. Es ist sinnlos, bei mehreren Gelegenheiten daran zu erinnern. Diesen Fehler machen nämlich auch viele Lehrerinnen und Lehrer in den Klassen, wenn Schüler sich falsch verhalten haben. Dann heißt es:" Du erinnerst dich noch, was ich dir gestern gesagt habe!" oder "Das genau dasselbe wie vorige Woche! Wie oft habe ich dir das schon gesagt!" - Das bringt alles nichts. Die amerikanischen Management - Trainer schwören auf die "Sandwich" - Methode: Auf die Schulter klopfen, Leviten lesen, Auf die Schulter klopfen. Und das alles kurz und danach nicht mehr erwähnen. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber überlegenswert ist es.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.tresselt.de)


