Schule macht krank! VBE fordert deutliche Verbesserung..

 
Schule macht krank! VBE fordert deutliche Verbesserung..Der VBE begrüßt, dass sich ein unabhängiger Gesundheitswissenschaftler, Prof. Dr. Uwe Schaarschmidt (Potsdam), öffentlich zu den besonderen Belastungen im Lehrerberuf äußert. Der VBE hatte bereits 1999 durch eine Fachtagung auf diese Problematik aufmerksam gemacht. Nach Auffassung des VBE kümmert sich das Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung zu wenig um die Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer und die Ursachen für die Frühpensionierungen. Es müsste nicht nur die Ministerin nachdenklich machen, wenn von 4066 pensionierten Lehrerinnen und Lehrern nur noch 73 die gesetzliche Altersgrenze erreichen, wenn jährlich bereits 1000 Lehrerinnen und Lehrer in einem Alter unter 58 Jahren den Schuldienst aus gesundheitlichen Gründen verlassen und weitere 1000 Lehrerinnen und Lehrer im Alter zwischen 59 und 62 Jahren wegen amtsärztlich festgestellter Dienstunfähigkeit ihren Dienst aufgeben müssen.

Die psychischen Belastungen des Lehrerberufes werden von den verantwortlichen Politikern immer wieder heruntergespielt, obwohl unbestritten ist, dass die Lehrerarbeit wie kaum eine andere zu den überwiegend psychisch belastenden Tätigkeiten sowohl kognitiv wie emotional zählt. Belastungsfaktoren, die auf die Lehrkraft wirken, sind:
  • die äußeren Rahmenbedingungen, Stundenplangestaltung, Zusatzaufgaben,
  • wachsende Disziplinlosigkeit infolge mangelnder Erziehung im Elternhaus,
  • mangelnde Unterstützung durch Eltern und Dienstvorgesetzte,
  • Befassung mit persönlichen Problemen von Eltern und Schülern,
  • ständig neue Anforderungen, Aufgaben, Regelungen durch die Administration, deren Sinn in der Praxis oft schwer nachvollziehbar ist,
  • Dauerstress durch ständige Inanspruchnahme über die gesamte Arbeitszeit hinweg,
  • bauliche Bedingungen,
  • Lärm, Schadstoffe, Schmutz und andere hygienische Belastungen.
Diese Faktoren sind in der Summe die Ursache dafür, dass die Schule die Lehrerinnen und Lehrer krank macht und der Anteil der vorzeitigen Pensionierungen so hoch ist. Es ist zu begrüßen, dass seit dem Frühjahr 2000 in NRW die Einrichtung eines arbeitsmedizinischen Dienstes für Lehrerinnen und Lehrer erfolgt ist. Doch dies ist nur ein erster Schritt in die richtige Richtung, mit dem das Ministerium endlich der Forderung des VBE und der Personalräte nachgekommen ist, dass auch für den Schulbereich die EG-Rahmenrichtlinie vom 07. August 1996 und das Arbeitsschutzgesetz vom 21. August 1996 umgesetzt werden. Dieser Dienst macht eine umfängliche wissenschaftliche Untersuchung der psychischen Belastungen des Lehrerberufs jedoch nicht überflüssig.

Es gibt zwar verschiedene Untersuchungen zur Arbeitsbelastung von Lehrern, aber von amtlicher Seite werden die belastenden Faktoren nicht anerkannt. Auf den Webseiten Arbeitsbelastung und Burnout habe ich diese Faktoren gesondert beleuchtet und auch eine Checkliste dazu aufgeführt.




Infoflasche die meist komplette Informationsquelle! Helfen Sie uns Infoflasche zu ergänzen und promoten Sie gleichzeitig ihre Site. Haben Sie noch interessante Informationen? Machen Sie sich infoflasche Partner!