Kognitive Therapien sind in den letzten 20 Jahren zu wichtigen Behandlungsmethoden für ein weites Spektrum psychischer Probleme geworden. Ihre Wirksamkeit ist durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Befunde belegt. Ihre Entwicklung geht auf Therapeuten und Forscher wie Aaron T. Beck (Kognitive Therapie der Depression), Albert Ellis (Rational Emotive Therapie), Arnold Lazarus (Multimodale Therapie) und Donald Meichenbaum (Stressimpfungstraining) zurück. Obwohl im einzelnen verschieden, haben sie einen gemeinsamen Grundansatz: Es sind nicht die Ereignisse selbst, die die Störungen hervorrufen und aufrechterhalten, sondern die Bedeutungen und Interpretationen, die diesen Ereignissen beigelegt werden. Ellis zitiert gerne den Satz des stoischen Philosophen Epiktet (ca. 50 - ca. 125): "Die Menschen werden nicht durch die Dinge als solche beunruhigt, sondern durch die Meinungen, die sie davon haben." Indes sollte man weder die philosophische noch die psychologische Weisheit dieses Satzes überdehnen: Eine für das Leben unbrauchbare, dysfunktionale Sicht auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erzeugt vermutlich nicht die schweren psychischen Probleme, könnte jedoch ein zentraler Beitrag zu ihrer Aufrechterhaltung sein. Die Entstehung psychischer Probleme hat ihre langen emotionalen Wurzeln in der individuellen Lebensgeschichte. Wenn jedoch die Probleme einmal angelaufen sind, lösen sie sich oftmals von der Entstehungsgrundlage ab und werden zu Selbstläufern. Und im Einsatz gegen diese Selbstläufer hat die Kognitive Therapie ihren Nutzen bewiesen.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.wopalm.de)


