Was sind Dysfuntionale Kognitionen

 
Was sind Dysfuntionale KognitionenSchematisch ablaufende, dysfunktionale kognitive Prozesse treten bei vielen psychischen Störungen auf, hervorstechendes Merkmal sind sie bei depressiven Verstimmungen. Sie beginnen in kürzeren oder längeren Zeitabständen nach bestimmmten auslösenden Ereignissen, machen sich in beinahe stereotyp ablaufenden inneren Texten ("automatischen Gedanken") oder Bilderfolgen bemerkbar und bevölkern das Bewusstsein oder überfallen es lawinenartig. Sich vielfach wiederholend bilden sie als "mentalen Gewohnheiten" die hartnäckigen Widersacher von kreativen Prozessen, die zum Lösen menschlicher Probleme gebraucht werden. Die schematisch ablaufenden Kognitionen bilden oft einen gedanklich - emotionalen Teufelskreis, aus dem schwer zu entrinnen ist, weil er sich in seinem Ablauf immer wieder selbst bestätigt. Infolge solcher automatischer innerer Teufelskreise entstehen negative Perspektiven:
  • eine negative Selbstbeurteilung: man kann nichts, taugt nichts, macht alles falsch usw.
  • eine negative Weltsicht: es ist immer schwierig, kaum zu schaffen, unüberwindliche Hindernisse türmen sich auf usw.
  • eine negative Zukunftssicht: es geht immer so weiter, wird nie besser, wird sich wiederholen, bleibt ewig das gleiche usw.
Das in diesem Zustand leise oder laut auftretenden "automatischen Gedanken" enthalten auffällige Verzerrungen. Man macht Alles- oder- Nichts- Pauschalisierungen und übertriebene Verallgemeinerungen einzelner Erfahrungen. Man greift ein einziges negatives Detail aus einer ganzen Kette von Erlebnissen heraus und wälzt es ausgiebig aus. Positive Gegenbeispiele werden als nicht bedeutsam abgelehnt. Negative Schlussfolgerungen werden felsenfest behauptet, obwohl sie oft nur auf einem negativen Erlebnis aus einer Reihe von Erlebnissen beruhen, und für die Zukunft werden überwiegend negative Entwicklungen prognostiziert. Über- und Untertreibungen erfolgen typischerweise so, dass den Handlungen und Äußerungen von anderen ein riesiges Gewicht beigelegt wird, den eigenen hingegen fast keines. Und man nimmt an, dass die eigenen negativen Gefühle totsicher das ausdrücken, was auch die anderen gedacht und gefühlt haben. Gleichzeitig steigt der Druck der Forderungen im eigenen Kopf, die mit einem "du musst" oder "du sollst" beginnen und eine destruktive innere Kritikerin bzw. ein innerer Kritiker wird laut. Man wird überempfindlich für Reaktionen und Äußerungen anderer Menschen, die man als persönlich gemeint und negativ gegen sich selbst gerichtet sieht, obwohl sie, nüchtern betrachtet, in einem anderen Zusammenhang stehen oder zufällig sind.




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