Alkoholkonsum erhöht Selbstmordrisiko!!!
Rund 5% der erwachsenen Österreicher sind chronische Alkoholiker (Prävalenz) und dass rund 10% der Bevölkerung im Laufe des Lebens an Alkoholismus erkranken (Gesamtlebenszeitprävalenz). Der Anteil der 15-54-Jährigen, die als "problematische Opiatkonsumenten" gelten, macht im Vergleich dazu bloß 0,4% aus, und man kann gegenwärtig davon ausgehen, dass der Anteil der Personen, die - gleich bleibende Bedingungen vorausgesetzt - im Laufe ihres Lebens von illegalen Drogen abhängig werden (Gesamtlebenszeitprävalenz) um 1% liegt. Dafür, dass problematischer Alkoholkonsum rund 10-mal so häufig ist wie problematischer Drogenkon-sum, spricht auch der Umstand, dass Rettungseinsätze aufgrund von Alkoholeinfluss in Wien im Jahre 1999 rund 10-mal so häufig waren als Einsätze aufgrund von Drogeneinwirkungen.In einer großangelegten Metaanalyse basierend auf 249 Studien über Selbstmord in Risikopopulationen, von denen sich 32 auf die Suizidrate bei Alkoholismus bezogen, errechneten Harris & Barraclough (1997), dass die Selbstmordwahrscheinlichkeit unter Alkoholikern im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung um das 6-fache erhöht ist. Die Selbstmordrate in der österreichischen Gesamtbevölkerung beläuft sich aktuell auf 2,0%. Geht man davon aus, dass die von Harris & Barraclough ausgewiesene Selbstmordrate unter Alkoholikern zutrifft, so bedeutet das, dass rund 12% der Alkoholiker durch Selbstmord enden. Geht man ferner von einer Alkoholismus-Gesamtlebenszeitprävalenz von 10% aus, woraus sich zwangsläufig ergibt, dass 10% der Todesfälle Alkoholiker sind, so ergibt sich, dass die Selbstmordrate unter Nichtalkoholikern 0,9% [(2% - 12% ´ 10%) : 90% = 0.9%] beträgt. Das bedeutet, dass sich unter 1.000 gestorbenen Alkoholikern durchschnittlich rund 120 Selbstmörder finden, während von 1.000 gestorbenen Nichtalkoholikern durchschnittlich nur geschätzte 9 Personen Selbstmord verübt haben, oder anders ausgedrückt, dass die Selbstmordrate bei Alkoholikern um das 13-fache höher ist als bei Nichtalkoholikern.
Der Anteil der Alkoholiker unter Selbstmördern wurde von Roy (1995) aufbauend auf 5 Studien aus den USA, Großbritannien, Schweden und Australien auf 20% geschätzt. Diese Schätzung baut darauf auf, dass in den erwähnten Studien zwischen 17% und 27% der Selbstmörder zuvor mit der Primärdiagnose "Alkoholismus" diagnostiziert worden waren. Bedenkt man, dass "Alkoholismus" oft bloß als Sekundärdiagnose neben anderen gravierenden Gesundheitsproblemen aufscheint [Bei einer medizinischen Behandlung kann grundsätzlich nur eine Primärdiagnose, aber eine unbegrenzte Anzahl von Sekundärdiagnosen gestellt werden] oder gar nicht lesen Sie weiter


