Bewältigungsschritte von Adipositas

- Zunächst sollten die problematischen Eßgewohnheiten auch mit ihren Suchtanteilen akzeptiert werden, da eine schnelle Veränderung nicht möglich ist und wichtige Gründe für das Verhalten existieren.
- Entscheidung, diese Gewohnheiten zu verändern und sich dem Prozeß der Veränderung zu stellen.
- Bei dem Gedanken an Veränderung treten eventuell unangenehme Gefühle auf, die zunächst wieder nach mehr Essen verlangen lassen. Diese Gefühle sollten als Signal der alten Gewohnheiten angesehen werden, und es kann ausprobiert werden, einmal in dieser Situation dem Verlangen nicht nachzugeben. Stattdessen sollte hinterfragt werden, welche Situationen und Einstellungen diese Gefühle verursacht haben.
- Das Erlernen eines Entspannungsverfahrens kann helfen, Entspannung in kritischen Situationen der Anspannung entgegenzusetzen.
- Das Aufkommen unangenehmer Gefühle wie Angst, Ärger, Niedergeschlagenheit und so weiter, sollte so früh wie möglich unterbrochen werden. Gedanken, die herunterziehen und die unangenehmen Gefühle bekräftigen (z. B. "Niemand ist mehr an mir interessiert") können unterbrochen werden und gegen andere mutmachende Gedanken ausgetauscht werden (z. B. "Ich bin auf dem Weg der Veränderung, und auf diesem Wege werde ich auch wieder mehr Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen können, und diese auch für mich interessieren.") * Die Ziele für die Veränderung sollten überschaubar und erreichbar sein. Lieber immer kleine Ziele setzen und diese auch erreichen können (z. B. viermal am Tag essen, wobei jede Mahlzeit zwanzig Minuten dauern kann), als ein überdimensioniertes Ziel im Auge haben, das gar nicht erreicht werden kann (z. B. dreißig Kilo abnehmen und ganz schlank sein).
- Sollte die Bewältigung der Adipositas in Verbindung mit einer Diät geplant werden, ist zu beachten, daß jede
- Diät einen Eingriff in den Stoffwechsel darstellt und nicht ohne medizinische Begleitung erfolgen sollte. Dies ist
- insbesondere dann wichtig, wenn bei großem Übergewicht eine Diät über einen längeren Zeitraum geplant wird. Bei einer Fastenkur können zum Beispiel durch die fehlende Zufuhr von Proteinen langfristige Störungen des Ferment- und Hormonhaushaltes mit Verdauungsbeschwerden, Menstruationsstörungen, Sterilität, Potenzproblemen, Haar- und Hautschäden folgen.
- Adipöse Körper sind häufig ungenügend ernährt, was die Zufuhr von Eiweißen, Fetten und Kohlehydraten, Vitaminen und Mineralstoffen betrifft. Der Körper signalisiert dann auch in ungewöhnlichen Situationen Hunger. Und dies mit Recht, da ihm lebensnotwendige Stoffe fehlen und er einen wirklichen Mangel hat. Es ist daher wichtig zu lernen, wertvolle Nahrungsmittel von wertlosen zu unterscheiden. Es muß gar nicht auf gern gegessene Lebensmittel verzichtet werden, eine Ernährungsberatung (z. B. bei der Krankenkasse) kann helfen, die liebgewonnenen Nahrungsmittel zu sortieren, mit den sogenannten gesunden zu kombinieren und in einen Täglichen beziehungsweise wöchentlichen Ernährungsplan zu bringen.
- Am Anfang der Problemveränderung kann eine Selbstbeobachtung stehen. Häufigkeit von Mahlzeiten, Dauer von Mahlzeiten, Art von Mahlzeiten, sonstige Tätigkeiten während, vor und nach den Mahlzeiten, Art der Nahrungsmittel und so weiter werden über zwei bis drei oder sogar vier Wochen in einem Plan genau aufgeschrieben. Auf diesem Weg lassen sich dann auch die notwendigen Veränderungen besser planen: eine bestimmte Anzahl von Mahlzeiten pro Tag, deren jeweilige Dauer, Art, und Umfang, die Trennung der Einnahme der Mahlzeit von belastenden Situationen, bewußt essen ohne zahlreiche Nebenaktivitäten, das Besteck nach jedem Bissen aus der Hand legen, jeden Bissen zwanzig bis dreißigmal kauen und dabei leise mitzählen, mit einer Kuchengabel statt mit einer normalen Gabel essen, nach dem Essen etwas Aktives tun, lesen Sie weiter