tun, und so weiter.
  • Zwischendrin nicht resignieren, denn im Prozeß der Veränderung geht es zwischenzeitlich manchmal schlechter als besser. Wer keinen Durchblick bezüglich der Probleme hat, fühlt sich oft weniger belastet, als mit dem Wissen, warum die Eßstörung da ist. Durchhalten lohnt sich, denn der erste Erfolg wird nicht so lange auf sich warten lassen. 
  • Auf dem Weg der Problemlösung kommen häufiger Schuldgefühle und Selbstvorwürfe auf, denn man "blickt" ja jetzt besser durch. Der Begriff "Schuld" ist hier jedoch völlig deplaziert. Es geht ausschließlich darum, verstehen zu lernen, warum Probleme sich entwickelt haben und daraus Veränderungen zu planen.
  • Gesundheit" im Zusammenhang mit der Bewältigung der Adipositas heißt nicht, schlanker zu werden oder sich mit dem vielleicht geringeren Übergewicht anzufreunden. Dies ist nur ein Schritt auf dem Weg zur Gesundheit. Gesundheit heißt vor allem, mit auftauchenden Problemen angemessen umzugehen und sie besser als bisher zu bewältigen. Die bisher starren und unzureichenden Lösungsversuche werden ausgewechselt gegen Möglichkeiten, auch zukünftig immer wieder Probleme zu erkennen und zu bewältigen.
  • Nicht selten wird beobachtet, daß adipöse Menschen zu Beginn einer Behandlung zunächst etwas zunehmen, anstatt schlanker zu werden oder ihr Gewicht zu halten. Der nachlassende Druck kann zunächst dazu führen, genau das stärker zu tun, was bisher immer viel Genuß bereitet hat. Das ist ok., denn durch das anschließende Umlernen kommt dann der Erfolg mit der anschließenden Gewichtsreduktion und dem Sich-wohler-fühlen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß der Gesundungsprozeß fettsüchtiger Menschen auf zwei Ebenen und zum Teil parallel verläuft:
  • Um schlanker zu werden, muß die Energiebilanz verändert werden. Übergewichtige Menschen müssen weniger essen als sie verbrauchen. Dies kann erreicht werden durch eben weniger essen und/oder mehr Energieverbrauch durch (durchaus angenehme) Aktivitäten.
  • Zur Veränderung der Energiebilanz gehört aber auch, daß mit Selbsthilfe oder psychotherapeutischer Hilfe adipöse Menschen insgesamt aktiver werden und ein insgesamt besseres Gefühl für den Körper und Freude an der Bewegung bekommen können. Wenn psychische und soziale Probleme und Konflikte den Weg der Veränderung behindern, sollten diese bearbeitet werden.
  • Stationäre Aufenthalte zum Abnehmen und zur langfristigen Problemlösung sind häufig deshalb nicht hilfreich, weil selten die Übertragung der Klinikerfolge in den normalen Lebensalltag gelingt. Meist kann auch in der kurzen Zeit des Klinikaufenthaltes wenig Umlernen für die Zukunft erfolgen.

  • Neben der eigenen Hilfe und der psychotherapeutischen Hilfe können vor allem Selbsthilfegruppen (in jeder größeren Stadt zu finden) sehr effektiv dazu beitragen, daß langfristige Erfolge in der Problembewältigung und der Gewichtsreduktion durch Veränderung der Eßgewohnheiten möglich sind. Selbsthilfegruppen (wie auch Gruppentherapie) bieten die Möglichkeit, Menschen zu begegnen, die nicht bevormunden, die nicht das Verhalten interpretieren, die nicht sofort wissen, was richtig oder falsch ist, sondern die zuhören, fragen und zu verstehen versuchen.

    Von Problembewältigung oder Symptomfreiheit kann gesprochen werden, wenn ein eßsüchtiger Mensch nicht mehr mit ängstlichen Gedanken um sein Gewicht, um seine Figur oder um seine nächste Diät kreist, und wenn sich sein Gewicht ohne besondere Anstrengung selbst reguliert, das heißt, sich auf einem der Konstitution entsprechenden Niveau einpendelt. Dieses Gewicht kann durchaus vom geltenden Normalgewicht/Idealgewicht abweichen. Wichtig ist, daß sich ehemalige Eßsüchtige in ihrem Körper wohlfühlen und dies auch nach außen zeigen, z. B. durch eine äußere Veränderung in Kleidung, Körperpflege, Frisur und so weiter, die dem eigenen Gefühl von Wohlsein entsprechen.
    (übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.magersucht.ch)




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