Der Symptomatik der Bulimie

 
Der Symptomatik der BulimieDas Hauptmerkmal der Bulimie ist das wiederholte Auftreten von Eßanfällen. Während dieser Anfälle nehmen die Betroffenen in kurzer Zeit große Nahrungsmengen zu sich, ohne das Gefühl zu haben, die Nahrungsaufnahme kontrollieren zu können. Es handelt sich meist um kohlenhydrat- und kalorienreiche Speisen wie Gebäck, Schokolade, Kartoffelchips oder Pudding. Durchschnittlich nehmen Patientinnen während eines Eßanfalls 3 500 Kalorien zu sich. Diese Anfälle treten mehrmals wöchentlich, bei manchen Patientinnen sogar mehrmals täglich auf und dauern in der Regel etwa 1 -1,5 Stunden. Damit nicht auffällt, welche enormen Nahrungsmengen sie verbrauchen, gehen die betroffenen Frauen häufig in viele Supermärkte, in denen sie jeweils nur eine kleine Menge einkaufen.

Bulimische Frauen beschäftigen sich andauernd und übertrieben mit ihrem Gewicht, ihre Figur hat für die Patientinnen eine entscheidende Bedeutung für ihr Selbstwertgefühl, deshalb wird die nach dem Eßanfall befürchtete Gewichtszunahme als sehr bedrohlich erlebt und die Betroffenen greifen zu Maßnahmen der Gewichtskontrolle. Dies geschieht meist durch das Herbeiführen des Erbrechens oder durch die Einnahme großer Mengen von harntreibenden oder abführenden Mitteln. Zwischen den Anfällen leben die Patienten meist nach einer sehr strengen Diät oder betreiben übermäßig viel Sport. Durch die Aufeinanderfolge von Freßanfällen und Diäten kommt es zu starken Gewichtsschwankungen, im Durchschnitt liegt das Gewicht bulimischer Patientinnen jedoch wie erwähnt im Normalbereich.

Als Konsequenz des Erbrechens treten medizinische Probleme auf. Es kommt häufig zu Kaliummangel, der zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Darüber hinaus treten Schwellungen der Speiseröhre, Schädigung des Zahnschmelzes und Veränderung an Haut und Haaren auf. Durch das Einführen des Fingers oder von Fremdkörpern, um Erbrechen herbeizuführen, kann die Mundhöhle verletzt werden, außerdem besteht Erstickungsgefahr, wenn der Mageninhalt in die Luftröhre gelangt. Durch dem Mißbrauch von harntreibenden und abführenden Mittel kommt es zu schweren Störungen des Mineralstoffwechsels. Häufig leiden bulimische Patientinnen unter Unterernährung, die u.a. zu Störungen des Hormonsystems führt. Konsequenzen sind häufig Ausbleiben der Menstruation, Unfruchtbarkeit, Energiemangel und Kälteempfindlichkeit. Bei bis zu 50% der bulimischen Frauen treten, vermutlich als Folge der Eßstörung, depressive Symptome auf. Stimmungslabilität, Schuldgefühle und Suizidgedanken werden häufig im Zusammenhang mit den Eß- und Brechanfällen beobachtet. So ist z.B. das Gefühl der Erleichterung nach dem Erbrechen nur von kurzer Dauer und wird von Niedergeschlagenheit gefolgt, Eßanfälle lösen häufig Selbstvorwürfe, sich selbst nicht genug unter Kontrolle zu haben, aus.




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