ICD-10 und DSM-IV: internationale Klassifikationssysteme für Krankheiten

ICD
Die International Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD) ist eine von der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebene internationale Klassifikation der
Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen. Die ICD ist eine Kern-Klassifikation der Familie der internationalen Klassifikationen der WHO. Die aktuelle Ausgabe der ICD wird als ICD-10 bezeichnet. Ziel der ICD ist die weltweite Erforschung von Morbidität und Mortalität mit einer international einheitlichen Systematik zu ermöglichen. Die ICD-10 liegt in 3 Bänden vor:
- Band I: Systematisches Verzeichnis
- Band II: Regelwerk
- Band III: Alphabetisches Verzeichnis
Die deutsche Übersetzung der ICD wird vom Deutschen Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) gepflegt und herausgegeben.
DSM-IV
DSM-IV ist die Abkürzung für die vierte Ausgabe des
Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (Diagnostisches und Statistisches Handbuch
Psychischer Störungen).Dieses Klassifikationssystem wurde von der American Psychiatric Association (Amerikanische Psychiatrische Vereinigung) das erste mal in den USA herausgegeben. Seither gab es auch Ausgaben in anderen Ländern, seit 1996 z. B. gibt es die deutsche Publikation des DSM 4 (DSM-IV). DasDSM 4 ist im Gegensatz zum ICD 10 ein nationales
Klassifikationssystem. Es muss daher nicht die zahlreichen Kompromisse und Ergänzungen des ICD 10 berücksichtigen und beinhaltet speziellere und genauere diagnostische Kriterien. Das macht es für die Forschung sehr interessant. Das ICD 10 hingegen setzt seinen Schwerpunkt intensiver auf die interkulturelle Perspektive und die Anwendbarkeit vor allem auch in den Ländern der Dritten Welt. DSM 4 berücksichtigt im Gegensatz zum ICD 10 geschlechtsspezifische Unterschiede..