Empfohlene Ernährung bei Eisenüberladunserkrankungen

 
Empfohlene Ernährung bei EisenüberladunserkrankungenDie empfohlene Nahrungs-Eisenzufuhr z.B. die "recommended dietary intakes" in Nordamerika berücksichtigt einen unterschiedlichen Bedarf nach Geschlecht und Lebensalter von 10 mg bei Kindern und männlichen Erwachsenen bzw. 15 mg bei menstruierenden Frauen (Herbert, 1987).

Diese Empfehlung gilt natürlich ausdrücklich nicht für Patienten mit Eisenüberladung. Diese absorbieren 200-300 % der normalen Nahrungseisenmengen, pro Tag ca. 4-5 mg Eisen. Problematisch sind naturgemäß alle Nahrungsmittel mit bekannt hoher Eisenbioverfügbarkeit, also besonders Fleisch. Klinische Studien aus Australien brachten die bekannt höhere klinische Symptomatik der hered. Hämochromatose in diesem Land mit dem höheren Fleischkonsum in Beziehung.

Einige Zentren empfehlen deshalb eine gezielt eisenarme Ernährung bei Patienten mit Eisenüberladung, spez. bei Hämochromatose. Diese könnte generell in einer vegetarischen Kost bestehen, da diese Ernährungsform relativ kleine Mengen bioverfügbares Eisen enthält. Eine Studie von Prof. Kaltwasser aus Frankfurt empfiehlt zusätzlich die Einnahme von großen Mengen schwarzen Tees zu allen Mahlzeiten, die zu einer Hemmung von Nicht-Häm-Eisen aus der Nahrung führt.

aber!:

wir schätzen den praktischen Nutzen einer "eisenarmen Diät" bei Hämochromatose als eher gering ein und empfehlen deshalb die generell als gesund eingeschätzte mediterrane Ernährungsform, also eine ballaststoffreiche, fettarme, abwechslungsreiche Mischkosternährung mit wenig Fleisch und mehr Fisch. Die Aderlasstherapie ist so effektiv, dass damit in jedem Fall eine ausreichende Therapie zur Verfügung steht.

Bei Patienten mit sekundärer Siderose ist meist die Eisenabsorption bei vorliegender Eisenüberladung stark herunterreguliert. Trotzdem ist hier eine eisenarme Ernährung sicher sinnvoll und therapieunterstützend.

Insgesamt sollte man bei allen Ernährungsempfehlungen bei Eisenüberladung Augenmaß walten lassen und z.B. auch die Lebensqualtität berücksichtigen. Z.B. einer älteren Patienten mit Hämochromatose in einem Blindenheim, die der Genuss von einem Leberwurstbrot am Abend eine große Freude bereitet, sollte man dies nicht mit einer "eisenarmen" Diätempfehlung verbieten.




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