In einem Referat erwähnte kürzlich auch Medical Tribune die Bedeutung des K-Vitamins für den normalen Knochenbau. Die Wirkungsweise ist noch nicht bekannt, und wie so oft nicht nur auf K-Vitamine beschränkt, sondern ist auch anderen, chemisch verwandten Stoffen, die in Pflanzen vorkommen, gemeinsam. Die Problematik wollen wir an einem etwas vereinfachten Beispiel demonstrieren: Wenn wir eine Speise mit Käse essen, nehmen wir zwar viel Kalzium ein, das aber wegen des hohen Phosphatanteils nur teilweise resorbiert wird. Phosphat und Schwefel brauchen für ihre Ausscheidung Kalium, das im Käse in relativ kleinen Menge vorhanden ist, sodass es samt Kalzium aus dem Knochen genommen wird. (Um es nicht zu komplizieren, lassen wir Magnesium ausser acht). Das reichlich im Käse vorhandene Kochsalz erhöht noch den Bedarf an Kalium. Falls wir dazu ein Cola-Getränk trinken, steigern wir durch die dort enthaltene Unmenge von Phosphat die Schwächung des Knochens. Umgekehrt, essen wir möglichst wenig Käse (nur für den Geschmack, nicht für die Sättigung, wie es unsere Vorahnen taten) zu Kohl und Kartoffeln, trinken dazu ein basisches Mineralwasser, werden unsere Knochen dichter und dichter, auch weil Kohl K-Vitamin-ähnliche Stoffe, sowie die "pflanzlichen Östrogene" enthält. Die Völker, die als Erwachsene keine Milch und Milchprodukte konsumieren, leiden nicht mehr, sondern weniger unter Osteoporose, da sie sich vorwiegend pflanzlich ernähren. Unsere Vorahnen in nördlichen Gebieten waren auf Milch (nicht Käse) als Kalziumquelle angewiesen. Sie hatten sie aber nie in den heutigen Mengen zur Verfügung und wir, im Unterschied zu ihnen, als Vorteil des Wohlstandes, haben das ganze Jahr reichlich Auswahl an Salaten, Gemüse und Früchten.
Die Ernährungsweise erklärt auch, warum bei manchen Frauen nach der Menopause die Osteoporose schneller, bei anderen langsamer fortschreitet. Zusammenfassend, wenn jemand seine Knochen durch Ernährung stärken will, soll er sich nach den gegenwärtigen Kenntnissen aus frischen Quellen vorwiegend pflanzlich ernähren, Phosphat-Zusatzstoffe enthaltende Fertigprodukte und Getränke meiden und wenig salzen. Es sind Massnahmen, die auch gegen andere Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Hypertonie, Lipidstoffwechselstörungen, Gefässkrankheiten und auch Krebs wirksam sind. Es gibt eben nur eine gesunde Ernähung, die den Gegebenheiten und Bedürfnissen unserer Körper und Seelen entspricht. Es ist aus Platzgründen unmöglich, alle diesbezüglichen physiologischen und biochemischen Verläufe genau aufzuzeigen. Wir wollten nur den Lesern dieser Zeitschrift ein bisschen das andere Auge beim Blick auf die Zusammenhänge zwischen Osteoporose und Ernährung öffnen.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.gesund-durch-essen.ch)


