Phosphor in der Ernährung

 
Phosphor in der ErnährungPhosphor erfüllte vom Beginn des Lebens mehrere wichtige Aufgaben:
  • Die Phosphorsäure bildet das Gerüst der Nukleinsäuren, die die Erbübertragung gewährleisten und die Eigenschaften der Zellen und Organismen bestimmen.
  • Der Phosphor ist u. a. Bestandteil der Hülle, der Kruste und des Knorpel- und Knochengerüstes der Lebewesen.
  • Die Verbindung zwischen zwei Phosphorsäuren, sogenannte Pyrophosphat-Bindung enthält die Energie, die fast alle Lebewesen brauchen. So wie die Dampflok mit dem Druck des Dampfes, die Diesellok mit dem Druck des verbrannten Dieselbenzins und die Elektrolok mit der elektromagnetischen Energie, so "laufen" wir mit der Pyrophosphatbindung. Diese Bindung verbrauchen wir sowohl in unseren Muskeln bei Bewegungen, wie im Hirn beim Denken, bei der Aufnahme und Umwandlung der Stoffe, wie auch zur Ausscheidung von Speichel, Säften, Urin und Stuhl.
  • Da die Phoshporsäure Salze mit verschiedenen Säurestärken bilden kann, beteiligen sich Phosphorsalze am Bestehen des wichtigen Gleichgewichts des Säure-Basen-Haushaltes.
Da der Phosphor in allen Lebewesen, auch in Bakterien, Algen und Pflanzen vorhanden ist, leiden wir nie unter Mangel dieses mengen- und bedeutungsmässig wichtigen Elementes. Sogar die Veganer, die keine Lebensmittel mit hohem Phosphorgehalt zu sich nehmen, kennen keinen Phosphatmangel. Die Niere scheidet dann weniger Phosphat aus. Die einzige Ausnahme sind Leute mit einer seltenen, angeborenen Störung, des sogenannten Phosphatdiabetes, bei dem die Niere übermässig Phosphat verliert, was der Schweizer Kinderarzt, Prof. Fanconi in Zürich, in den 50-ger Jahren des vorigen (20.) Jahrhunderts entdeckte.

Unsere Speisen enthalten Phosphat in zwei Formen, organisch gebunden und als anorganische Salze. Das organisch gebundene Phosphat wird durch verschiedene physikalische und chemische Prozesse in die anorganischen Salze verwandelt. Das geschieht z. B. schon wenn man die Milch erwärmt, oder das Fleisch stehen lässt oder einfriert. Die Phosphor-Salze werden einerseits besser in das Blut überführt, resorbiert, als die organischen Verbindungen, andererseits bilden sie im Darm mit Kalzium und Magnesium nicht lösliche und nichtresorbierbare Salze. Damit vermindern sie das Angebot an Kalzium und Magnesium (und auch Eisen!) für den Körper und auch auf diese Weise tragen sie zur Verarmung der Knochenmasse, zur Entstehung der Osteoporose, bei.

Unter der ursprünglichen Ernährung, mit der sich die Menschheit tausende von Jahren ernährte, kam es nur bei überernährten Menschen, von denen es nicht allzu viele gab, zum Phosphorüberschuss. Der Stoffwechsel reagiert darauf sofort. Ein Hormon, sog. Parathormon, wird in den Nebenschilddrüsen vermehrt produziert und der überschüssige Phosphor wird in lesen Sie weiter




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