Vitamine B2; B6; B12

Vitamin B2
- Syn.: Riboflavin, Lactoflavin
alkali- u. lichtempfindliches Vit., in Lsg. gelbgrün fluoreszierend (Formel); wichtig als Wirkgruppe (FMN, FAD) der
Flavinenzyme.
Nahrungs-B2 wird nach Phosphorylierung in der Darmwand resorbiert; bei Mangel Ektodermschäden (u.a. Linsentrübung, Keratitis, Korneavaskularisation), neuroveget. u. urogenitale Störungen (s.a. Ariboflavinose). Hemmung durch strukturähnl. B2-Antagonisten (mit ersetzten Methylgruppen z.B. Dichlorriboflavin, mit an N10 veränderter Ribityl-Seitenkette z.B. Galaktoflavin, mit verändertem Pyrimidinring z.B. Dichlorsorboflavin).
Vitamin B2 (Riboflavin) wird v.a. in der Atmungskette benötigt, d.h. beim Verbrennen der
Nährstoffen zu Energie. Es wird also von jeder Zelle im Körper benötigt.
Weitere wichtige Aufgaben sind:
- Auf- und Abbau der roten
- Blutkörperchen
- Entgiftung in der Leber
- wichtig für Myelinschicht, der
- "Schutzschicht" der Nerven
Ein Mangel führt zu:
- Schädigung von Haut und Schleimhäuten
- (Dermatitis)
- Wachstumsstörungen
- Nervenstörungen
Gute
Quellen sind: Milch und Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch, Vollkornprodukte, Spinat und Broccoli. Die DEG schätzt den täglichen Bedarf eines Erwachsenen auf 1,8 mg. Riboflavin ist wichtig für die Bildung roter Blutkörperchen und Antikörper, für Wachstum und Zellatmung. Es hilft den Mitochondrien, Energie zu produzieren. Besonders wichtig in der Schwangerschaft für die Entwicklung des Fötus, der Schaden erleiden kann, obwohl die Mutter keine Mangelerscheinung zeigt. Auch Sportler brauchen sehr viel B2. In europäischen Studien verbesserten sich Ausdauer und Kraft solcher Menschen, die unter genetisch bedingter Müdigkeit litten, wenn B2 supplementiert wurde. Der Urin färbt sich leicht gelb, dies ist aber kein Grund zur Sorge. Gut für Augen, Haare, Haut und Nägel.
( - ) Alkohol, Tabak, übermäßig viel Zucker, Kaffee.
( +) Phosphor, Niacin, C, B-Komplex, B6.
Supplementierung von 25 - 200mg täglich sind effektiv. Vitamin B2 (Riboflavin) dient der Verwertung von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten, dem Sauerstofftransport, Wachstum und der Haut. Bei Mangel: Wachstumsstörungen, rissige Lippen und Mundwinkel, Sehstörungen, in schweren Fällen
Blutarmut (Anämie). Vitamin B2 ist vorwiegend enthalten in: Milch (16 mg = 1 Liter Milch), Käse, Geflügel, Fleisch, Getreide, Hefe, Fisch. Die tägliche Zufuhr liegt bei 1,5 bis 1,7 mg Riboflavin.
Vitamin B6
die Pyridoxine: Pyridoxal, Pyridoxamin, Pyridoxol; bei Mensch u. Tier als
Phosphat wirksam, als Coenzym zahlreicher Enzyme (z.B. Transaminasen, Dehydratasen, Sulfhydrasen, Carboxylasen) beteiligt am Aminosäurenaufbau u. -umsatz, an Porphyrin- u. Lipidsynthese (?). Natürliches Vork. (alkali- u. thermostabil, aber photosensibel) v.a. in Reis, Mais, grünem Gemüse, Eigelb, Hefe, tier. Leber u. Muskelfleisch; tgl. Bedarf ca. 2 mg. Bei Hypovitaminose (nutritiv; ferner B6-inaktivierendes Hydrazon bei INH-Langzeitmedikation) Pellagra-ähnl. Bild: Pigmentstörungen, seborrhoische Dermatitis, normo- bis hypochrome Anämie (sideroachrestisch infolge Hemmung der B6-Phosphat-abhängigen <delta>-Aminolävulinsäuresynthetase, dem »Schrittmacherenzym« der Hämsynthese); beim künstl. ernährten
Säugling als B6-Mangelsyndrom die Limer* Krankheit, v.a. bei Verw. stark erhitzter Pulvermilch: gesteigerte Erregbarkeit, Schreckhaftigkeit, Krampfanfälle, vermehrte Xanthurensäure-Ausscheidung im Harn (durch Tryptophan-Gabe provozierbar); beim Neugeb. generalisierte, nur auf Vit. B6, nicht aber auf Antikonvulsiva ansprechende Krämpfe (ein autosomal-rezessiv vererbter Pyridoxin-Stoffwechseldefekt). Nachweis des Mangels anhand vermehrter Xanthurensäure im Harn u. Ausscheidung von 3-Hydroxykynurenin (Abbau zu Nicotinsäure blockiert). Vitamin B6 (Pyridoxin) ist verantwortlich für den Eiweiß- und Aminosäurenstoffwechsel. Nur so ist es möglich, daß Körpersubstanz ständig erneuert werden kann. Weitere wichtige Aufgaben sind:
- beeinflußt die Funktion des Nervensystems
- Immunwehr
- Synthese des Hämoglobins (Hb - Träger von Eisen, Vitamin C und der roten Blutkörperchen)
- Ein Mangel führt zu: Störung des Eiweiß-Stoffwechsels
- Entzündungen der Schleimhäute (Mund,
- Augen und Magen-Darm-Trakt)
- Störungen des Nervensystems (Krämpfe)
- Appetitlosigkeit, Durchfälle, Erbrechen Blutarmut (Anämie)
Einen besonders hohen
Vitamin B6-Gehalt hat v.a. Fleisch. Aber auch in Bananen, Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Möhren und Getreideprodukten ist reichlich Vitamin B6 enthalten. Der Tagesbedarf liegt laut DEG bei 1,6 - 1,8 mg. Die Pille ist der wichtigste Vitamin-B6-Widersacher. Frauen, die die Pille nehmen sollten also mehr Vitamin B6 aufnehmen als von der DEgefordert.
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